Politik

Militärmanöver in Transnistrien Moldau fürchtet russische Invasion

AP930032058559.jpg

Russische Truppen bei einem Manöver - hier allerdings auf einem Archivbild aus dem Juli 2013.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Wird Transnistrien die neue Krim? Die Regierung der Moldau fürchtet genau das. Ein großangelegtes russisches Militärmanöver trägt nun nicht gerade zur Entspannung der Lage bei - zumal die Rhetorik der offiziellen Erklärung unangenehme Erinnerungen weckt.

Russische Soldaten haben mit einem Militärmanöver in Transnistrien die Regierung der Republik Moldau brüskiert. Die Truppenübung in der abtrünnigen Region diente nach Angaben der Armeeführung zur Vorbereitung auf eine mögliche Feindesattacke. Zu den Hauptaufgaben der Soldaten gehörte der "Schutz von Zivilisten im Kampfgebiet", wie ein Militärsprecher sagte.

Erst am Dienstag hatte die moldauische Staatsführung ihrer Sorge Ausdruck verliehen, dass die von Russland betriebene Eingliederung der ukrainischen Krim-Halbinsel als Vorbild für die Region Transnistrien dienen könnte. Diese hatte sich 1992 mit Unterstützung Moskaus von Moldau losgesagt, wird international aber nicht als unabhängiger Staat anerkannt. Der moldauische Präsident Nicolae Timofti warf dem Sprecher des transnistrischen Parlaments diese Woche vor, in Moskau für eine Aufnahme in die Russische Föderation geworben zu haben.

Der schmale Landstreifen am Ostufer des Dnjestr-Flusses ist heute faktisch eine russische Exklave im Vorhof Europas. In Transnistrien sind 60 Prozent der Bewohner russischsprachig, etwa jeder zweite hat einen russischen Pass. Das abtrünnige Gebiet wird von Moskau zudem wirtschaftlich und politisch unterstützt. Im Jahr 2006 stimmte die Bevölkerung von Transnistrien mit 97,1 Prozent für die Angliederung an Russland - auf der Krim votierten am Sonntag laut offiziellen Angaben ebenfalls rund 97 Prozent dafür.

Seit dem Ende blutiger Kämpfe um Transnistrien im Jahr 1992 überwacht eine trinationale Friedenstruppe mit Soldaten aus Russland, Moldau und Transnistrien die einstige Konfliktzone. Allerdings hält Moskau gegen den Willen der Regierung von Moldau noch immer eigene Soldaten und Waffenvorräte dort zurück - trotz einer 1999 getroffenen Rückzugsvereinbarung.

Quelle: ntv.de, jve/AFP