Politik

Unterstützung für Assad Moskau liefert Kampfflugzeuge

32857C0070EE45D2.jpg2129380527282347384.jpg

Die Bombardements in Syrien dauern seit Monaten an.

(Foto: AP)

Syriens Präsident Assad erhält Schützenhilfe von einem seiner letzten Verbündeten. Russland schickt zehn Mig-29MM2 in das vom Bürgerkrieg verwüstete Land. Indes ist noch unklar, ob Syrien auch russische Boden-Luft-Raketen erhält.

Russland liefert Syrien nach eigenen Angaben mindestens zehn Kampfflugzeuge vom Typ Mig-29MM2. Damit werde ein Vertrag erfüllt, sagte Mig-Generaldirektor Sergej Korotkow der Agentur Interfax zufolge.

Beobachter in Moskau werteten die Vereinbarung als direkte Antwort auf die Beendigung des EU-Waffenembargos gegen Syrien. Kommentatoren hatten immer wieder betont, dass der Syrienkonflikt festgefahren sei und einen entscheidenden Schritt benötige. Vereinbart zwischen Moskau und Damaskus ist auch die Lieferung russischer Flugabwehrsysteme vom Typ S-300.

Bei den Kampfflugzeugen handelt es sich um eine modernisierte Variante der MiG-29 (Nato-Code Fulcrum). Russland hatte in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Maschinen des Herstellers Mikojan-Gurewitsch (MiG) nach Syrien geliefert.

Lieferung von Flugabwehrsystemen unklar

32857C005ECFA3C1.jpg2216387539714018644.jpg

Assad ist militärisch auf dem Vormarsch.

(Foto: AP)

Verwirrung gibt es derweil um die Lieferung hochmoderner russischer Luftabwehrraketen an Syrien. Nachdem der syrische Präsident Baschar al-Assad indirekt den Erhalt der Raketen bestätigt hatte, berichtetem russische Medien, die Waffen seien bislang nicht in Syrien eingetroffen. Einem Bericht der Tageszeitung "Wedomosti" zufolge ist es keineswegs sicher, dass die 2010 vereinbarte Lieferung von Waffensystemen an Assads Truppen im Wert von einer Milliarde Euro noch dieses Jahr erfolgt.

Die Tageszeitung "Kommersant" berichtete, die Boden-Luft-Raketen des Typs S-300 würden frühestens im September 2014 geliefert. Allein für die Ausbildung des syrischen Bedienungspersonals und Testläufe würden sechs Monate Vorlauf benötigt.

Beide Blätter bezogen sich auf Quellen aus der russischen Rüstungsindustrie und ein Fernseh-Interview des syrischen Machthabers vom Vortag. Darin hatte Assad auf die Frage nach der Lieferung von S-300-Raketen geantwortet: "Alle mit Russland geschlossenen Vereinbarungen werden eingehalten, und bei einem Teil war das kürzlich schon der Fall."

Libanon geht auf Distanz

Der libanesische Ministerpräsident Tammam Salam will sein Land aus dem Bürgerkrieg im benachbarten Syrien heraushalten. "Je hitziger die Lage dort ist, desto mehr sollte der Libanon auf Distanz zu den Ereignissen in Syrien gehen", sagte Salam der französischen Zeitung "Le Figaro". "Wir müssen um jeden Preis die nationale Einheit bewahren."

Dass die libanesische Hisbollah-Miliz neben Syriens Streitkräften um die Kontrolle der westsyrischen Rebellenhochburg Kusseir kämpft, sieht Salam durchaus kritisch: "Es liegt auf der Hand, dass das militärische Eingreifen der Hisbollah die Dinge nicht einfacher macht", sagte der Ministerpräsident. Dies sei aber noch "kein Grund, den Mut zu verlieren": Die Regierung müsse die islamistische Miliz davon überzeugen, sich nicht noch stärker in den Bürgerkrieg einzumischen.

Opposition droht mit Boykott

Die von den USA und Russland geplante Friedenskonferenz zu Syrien droht indes noch vor ihrem Beginn zu scheitern. Die oppositionelle syrische Nationale Koalition kündigte den Boykott der Gespräche an. Ihr Vorsitzender George Sabra sagte, die Koalition werde nicht an Konferenzen teilnehmen, solange die Stadt Al-Kusair belagert sei und Milizionäre der Hisbollah und des Irans in Syrien kämpften. Allerdings kämpfen auch in den Reihen der Rebellen zahlreiche Ausländer, vor allem sunnitische Extremisten.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte das Bündnis "dringend" zur Teilnahme auf. "Die Nationale Koalition hat die Pflicht und die Verantwortung, konstruktiv mitzuarbeiten", sagte der FDP-Politiker nach einem Treffen mit dem kanadischen Außenminister John Baird in Ottawa.

Russland, die USA und die Vereinten Nationen wollen nach Angaben aus Moskau am 5. Juni Details der Friedenskonferenz besprechen. Das hätten der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege John Kerry verabredet. Ein Datum für die Konferenz in Genf steht nicht fest. Der Aufstand gegen Assad hat seit seinem Beginn im März 2011 laut UN bereits mehr als 80.000 Menschen das Leben gekostet, Millionen sind auf der Flucht.

Quelle: ntv.de, dpa/rts/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.