Politik

Dauerbombardement auf Gaddafi NATO ebnet Weg zum Erfolg

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Die USA haben offenbar die Wege für die Rebellen freigeschossen.

(Foto: REUTERS)

Kampfflugzeuge der NATO helfen den libyschen Rebellen offenbar mehr als bislang bekannt. Sie greifen allein am Samstag rund 7500 Ziele an. Dazu gehören Radaranlagen, Abschussrampen für Boden-Luft-Raketen, Panzer und Panzerwagen. Obgleich Gaddafis Truppen schwer getroffen werden, könnte der Einsatz nach US-Angaben noch Tage oder Wochen dauern.

Die NATO ist offenbar weitaus mehr an den beteiligt, als bislang angenommen. Nach einem Bericht der "New York Times" haben die USA durch verstärkte Luftunterstützung einen erheblichen Teil zum Erfolg der Rebellenoffensive in Tripolis beigetragen. In den vergangenen Tagen hätten die USA rund um die Uhr aus der Luft die Gebiete überwacht, die noch unter Kontrolle der Streitkräfte von Machthaber Muammar al Gaddafi gestanden hätten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsvertreter.

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(Foto: stepmap.de)

Bewaffnete Predator-Drohnen hätten Einheiten aufgespürt, verfolgt und gelegentlich auf sie gefeuert. Zur gleichen Zeit hätten Spezialkräfte aus Großbritannien, Frankreich und anderen Ländern geholfen, die Kämpfer der Rebellen auszubilden und zu bewaffnen. Ein westlicher Diplomat sagte der "New York Times", allen sei bewusst gewesen, dass das Gaddafi-Regime an einen Punkt gelangen werde, an dem es seine Streitkräfte nicht mehr befehligen und kontrollieren könne.

Allein am Samstag griff die NATO laut "New York Times" bei insgesamt 7459 Luft-Missionen tausende Ziele an, von einzelnen Raketenwerfern bis zu Hauptquartieren des libyschen Militärs. Die Angriffe hätten nicht nur die militärische Infrastruktur zerstört, sondern die Kontrolle der Kommandeure über ihre Truppen stark beeinträchtigt. Selbst entschlossene Kampftruppen seien nicht mehr in der Lage gewesen, ihre Aktionen zu koordinieren.

Der Zeitung zufolge warnten US-Regierungsvertreter jedoch in vertraulichen Gesprächen vor zu großem Optimismus. Sie glaubten demnach, dass noch Tage oder gar Wochen vergehen könnten, bis das Militär völlig zusammenbricht oder Gaddafi und sein engster Kreis den Kampf aufgeben. Demnach könnte Gaddafi selbst nach dem Fall von Tripolis aus einem Versteck heraus den Kampf fortsetzen.

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Quelle: n-tv.de, dpa/AFP/rts