Politik

Weltweite Alarmbereitschaft wegen Terrorgefahr Nach Al-Kaida drohen jetzt auch die Taliban

3d7m5302.jpg1732803186472982280.jpg

Die US-Botschaft in Tel Aviv. Hier haben die USA ihren regulären Betrieb wieder aufgenommen.

(Foto: dpa)

Auch wenn die US-Angaben zu möglichen Anschlägen der Al-Kaida nur vage sind, reagieren Deutschland, Großbritannien und Frankreich auf die Warnungen und halten einen Teil ihrer Botschaften in arabischen Ländern geschlossen. Zugleich versetzen die pakistanischen Behörden Islamabad in höchste Alarmbereitschaft.

Nach dem internationalen Terroralarm wegen abgefangener Gespräche zwischen hochrangigen Mitgliedern des Terrornetzwerkes Al-Kaida treffen jetzt auch die pakistanischen Behörden eilige Vorbereitungen. Hintergrund sind Drohungen der Taliban gegen "neuralgische Punkte" in der Hauptstadt Islamabad. "Wir haben eine sehr spezifische Bedrohung", sagte Islamabads Polizeichef Sikandar Hayat. "Wir sind für eine unbestimmte Zeit auf höchster Alarmbereitschaft. Es ist der höchste Sicherheitsgrad." Spezialkräfte durchkämmen derzeit die Margalla-Hügel am Stadtrand.

Hayat sagte, Extremisten planten, wichtige Gebäude auf der Constitutional Avenue am Fuß der Margalla-Hügel anzugreifen. Dort liegen der Präsidentenpalast und die Büros des Premierministers. Es sei unklar, ob die Pläne der pakistanischen Taliban (TTP) im Zusammenhang mit dem internationalen Terroralarm stünden.

Aus Geheimdienstkreisen hieß es, nach Hinweisen auf einen entsprechenden Angriffsplan der Taliban seien Paramilitärs zur Verstärkung der Polizei am Hauptstadt-Flughafen stationiert worden. Gefängnisse, Flughäfen, hochrangige Politiker, westliche Botschaften und militärische Einrichtungen möglicherweise auch außerhalb Islamabads gehörten zu den wahrscheinlichen Angriffszielen. Erst vor wenigen Tagen hatten TTP-Kämpfer ein Gefängnis im Nordwesten Pakistans gestürmt und fast 250 Häftlinge befreit.

Schließungen sind "gerechtfertigt"

3d713045.jpg3991578890546940336.jpg

Die Sicherheitsmaßnahmen vor der deutschen Botschaft im Jemen bleiben vorerst bestehen.

(Foto: dpa)

Der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Stinner, hält die vorsorglichen Schließungen westlicher Botschaften in der arabischen Welt für gerechtfertigt. Auch wenn die Informationen der US-Geheimdienste zu möglichen Anschlägen derzeit nur vage seien, sei es normal, dass Deutschland ebenso wie Großbritannien und Frankreich auf die Warnungen der USA reagiert habe, sagte Stinner im Südwestrundfunk. Al-Kaida sei im Jemen, wo auch die deutsche Botschaft seit Sonntag geschlossen ist, in den vergangenen Jahren stärker geworden, weshalb Vorsicht angebracht sei.

Am Sonntag waren mindestens 25 diplomatische Vertretungen der USA in Afrika und Nahost aus Furcht vor islamistischen Anschlägen geschlossen geblieben. Deutschland schloss seine diplomatische Vertretung im Jemen bis einschließlich Montag, auch Frankreich und Großbritannien machten ihre Vertretungen in Sanaa dicht. Am späten Sonntag teilte die US-Regierung dann mit, 15 Botschaften und Konsulate würden noch bis zum kommenden Samstag geschlossen bleiben, zudem sollten vier weitere Vertretungen schließen.

Mit Geheimdienstinformationen vertraute US-Abgeordnete hatten von einem der ernsthaftesten Terrorhinweise der vergangenen Jahre gesprochen. Der Republikaner Saxby Chambliss, der im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses sitzt, sprach von konkreten Plänen einzelner Terroristen, die mit denen vor den Anschlägen auf die USA am 11. September 2001 vergleichbar seien. Auch Interpol hatte eine globale Gefahr vor erhöhter Terrorgefahr herausgegeben.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP/dpa

Mehr zum Thema