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Donezker Verwaltung gestürmt Nato erwägt Manöver in Osteuropa

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Vor wenigen Tagen gab es eine Nato-Luftwaffenübung in Litauen.

(Foto: AP)

Während Demonstranten in Donezk ein Verwaltungsgebäude stürmen und die russische Flagge hissen, soll ein Parteimitglied der ukrainischen Rechten mit Folterspuren aufgefunden worden sein. Die Nato erwägt ein Manöver in Osteuropa - die Bundeswehr soll mit den baltischen Staaten und Polen kooperieren.

Prorussische Demonstranten haben ein Verwaltungsgebäude in der ostukrainischen Stadt Donezk gestürmt. Rund 50 Teilnehmer einer Kundgebung mit etwa 2000 Menschen im Zentrum der Stadt durchbrachen eine Polizeiabsperrung, drangen in das Gebäude ein und hissten darauf die russische Fahne. Seit dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch Ende Februar kommt es insbesondere im Osten des Landes immer wieder zur prorussischen Protesten gegen die Übergangsregierung.

120 Kilometer südöstlich von Kiew wurde indes die Leiche eines ukrainischen Journalisten und Mitglieds der ultrarechten Swoboda-Partei mit Folterspuren aufgefunden, wie die Partei selbst mitteilte. Demnach wurde der Leichnam von Wassili Sergijenko in einem Wald nahe dem Dorf Wygrajew entdeckt. Der Schädel sei eingeschlagen gewesen und der Körper habe Messerwunden aufgewiesen. Die örtliche Staatsanwaltschaft bestätigte die Entführung und den Leichenfund.

Bundeswehr als Partner

Die deutsche Bundesregierung will wegen der Krise in der Ukraine und auf der Krim den osteuropäischen Nato-Mitgliedstaaten bis Mitte April wohl weitere Unterstützung anbieten, berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf Regierungskreise. Nach einem entsprechenden Aufruf des Nato-Oberbefehlshabers Philip Breedlove würden im Verteidigungsministerium derzeit Vorschläge dazu erarbeitet. Demnach sollen etwa Polen und den baltischen Staaten unter anderem gemeinsame Manöver mit der Bundeswehr angeboten werden.

Auch werde demnach erwogen, ein für 2015 in Südeuropa geplantes Nato-Manöver vorzuziehen und nach Osten zu verlegen. Die dauerhafte Stationierung von schwerem Gerät oder Kampftruppen schließe die Bundesregierung jedoch derzeit weiter aus. Unter Berufung auf Nato-Kreise hieß es zudem, die Ukraine habe das Militärbündnis um Funkgeräte, Waffen und Munition für ihre Streitkräfte gebeten.

Die polnischen Nationalkonservativen hätten wohl nichts dagegen, forderte doch Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski eine Aufrüstung seines Landes zum Schutz vor einem möglichen russischen Angriff. "Russland kann uns direkt angreifen, das ist nicht auszuschließen", sagte der Vorsitzende der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) bei einem Auftritt vor der Europawahl in Braniewo. Die Kleinstadt liegt  an der Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad. Polen brauche deshalb mehr Soldaten und müsse seine Armee nachrüsten, forderte der Politiker und erntete dafür laut einem Bericht des Internetportals TVN24.pl großen Applaus seiner Anhänger.

Quelle: n-tv.de, rpe/AFP/dpa

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