Politik

Greenpeace gewinnt vor Gericht Niederlande müssen Karibik-Insel vor Klimawandel schützen

28.01.2026, 19:01 Uhr
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Die Klimawandel-Folgen für die Einwohner der Insel Bonaire sind laut Gericht seit 30 Jahren bekannt. (Foto: picture alliance / ANP)

Auf der kleinen Karibikinsel Bonaire ist der Klimawandel deutlich spürbar. Der steigende Meeresspiegel bedroht Mensch und Natur, der Tourismus geht zurück, die Armut wächst. Im Namen der Einwohner zog Greenpeace vor Gericht - das Urteil dürfte für die Niederlande teuer werden.

Die Niederlande haben in einem Klimaverfahren eine schwere Schlappe erlitten. Der Staat hat nach dem Urteil die Einwohner seiner Karibikinsel Bonaire nicht genügend vor den Folgen des Klimawandels geschützt. Die Richter in Den Haag gaben damit einer Klage der Umweltschutzorganisation Greenpeace recht. Greenpeace hatte im Namen der Einwohner der Insel den Staat verklagt und Klimaschutz für die Insel gefordert.

Die Richter bezogen sich ausdrücklich auf ein Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes von 2024, dass ein Staat verpflichtet sei, Leben und Gesundheit seiner Bürger zu schützen. Die Niederlande hätten das nicht getan und damit auch gegen das Diskriminierungsverbot verstoßen. Denn die Einwohner von Bonaire waren dem Urteil zufolge anders behandelt worden als die Niederländer auf dem europäischen Festland.

Bonaire gehört zu den niederländischen Antillen in der Karibik und ist eine besondere Kommune der Niederlande. Die Insel hat rund 25.000 Einwohner. Nach dem Urteil müssen die Niederlande bis 2030 adäquate Maßnahmen zum Schutz der Karibikinsel und der Einwohner ergreifen. Nach Ansicht von Experten können die viel Geld kosten. Auch setzte das Gericht der Regierung eine Frist von 18 Monaten, um "klare und verpflichtende" Zielvorgaben für die gesamte niederländische Wirtschaft bei der Reduktion der Treibhausgase festzulegen.

Die Richter wiesen darauf hin, dass die Folgen des Klimawandels für kleine Inseln wie Bonaire schon seit 30 Jahren bekannt seien. Der Meeresspiegel steigt und bedroht Fischerei, Landwirtschaft und Natur. Korallenriffe sterben ab, durch die zunehmende Hitze geht der Tourismus zurück und nimmt die Armut zu. Laut einer Studie der Vrije Universiteit in Amsterdam könnte bis zum Ende des Jahrhunderts ein Fünftel des Territoriums von Bonaire vom Meer verschluckt worden sein.

Greenpeace hatte in der Klage auch gefordert, dass die Niederlande zu strengeren Klimaschutzzielen verpflichtet werden sollten. Diese Forderung wies das Gericht ab. Doch die Niederlande wurden verpflichtet, mehr zu tun, um den Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase zu reduzieren.

Es ist nicht die erste Schlappe der Niederlande in einem Klima-Prozess. 2018 gab das Berufungsgericht der Umweltorganisation Urgenda recht und verpflichtete den Staat dazu, seine CO2-Emissionen bis 2020 um mindestens ein Viertel zu reduzieren.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP/dpa

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