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Film zeigt Sturm auf Seoul Nordkorea fantasiert wieder

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Bisher setzte Nordkorea oft auf teils gestohlene Computeranimationen. Dieses Mal kommen echte Filmszenen zum Einsatz.

"Ein kurzer, dreitägiger Krieg" - so heißt der neuste Streifen aus der Propaganda-Schmiede von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Der Video-Clip im Stil von 80er-Jahre-Action-Krachern setzt mit gewagten Choreografien die erhoffte Eroberung des verhassten Nachbarns im Süden in Szene. Natürlich bleiben da auch die US-Bürger im Land nicht verschont.

Brutal, brachial, B-Movie - Nordkorea hat im Internet wieder einen Propaganda-Film veröffentlicht. Nachdem Clips zuletzt zeigten, wie das Reich von Kim Jong Un die Vereinigten Staaten mit Raketenangriffen auslöscht und US-Präsident Barack Obama in der Explosion einer Atombombe verbrennt, widmet sich Pjöngjang in seinem neusten Streifen dem verhassten Nachbarn im Süden.

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Eine Szene aus "Ein kurzer, dreitägiger Krieg".

Kampfjets, Panzer, ein Raketentrommelfeuer - das vierminütige Video mit dem Titel "Ein kurzer, dreitägiger Krieg" zeigt den fiktiven Sturm von Kims Soldaten auf die südkoreanische Hauptstadt Seoul in einer dramatischen Choreografie. Da fehlen auch die Flaggenträger und Pioniere, die im Hechtsprung über den Grenzzaun springen nicht. Technisch wirkt das Werk, das auf dem Youtube-Kanal des Propaganda-Portals des Regimes Uriminzokkiri erschien, aber wieder einmal wie aus der Zeit gefallen. Die Szenen erinnern bestenfalls an günstige 80er-Jahre-Produktionen. Inhaltlich gibt sich das Regime mit dem Streifen aber den ganz großen Visionen hin.

Auch US-Bürger müssen dran glauben

Der Kommentator brüstet sich während Nordkoreas Truppen vorrücken damit, dass Kims Männer am Ende 150.000 US-Bürger "als Geisel" genommen haben werden. Zudem geht er - wie es der Titel des Films verrät, davon aus, dass die Kräfte nur drei Tage bräuchten, um Südkorea zu nehmen. Schließlich würde nach dem Beginn der Invasion in Seoul und anderen Städten des Landes schnell Chaos ausbrechen. Die Kommunikation würde zusammenbrechen, weder Nahrungsmittel, noch Trinkwasser stünden den verhassten Nachbarn im Süden zur Verfügung. Dann müsste die nordkoreanische Volksarmee nur noch mit aller Macht zuschlagen. Am Ende jener Vision steht die Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten. Natürlich unter der Führung Kims.

Nordkorea macht seit Wochen immer wieder mit fantastischen Videos auf sich aufmerksam. Vom brennenden Weißen Haus bis zur New Yorker Skyline in Trümmern gaben sich die Propaganda-Experten des Regimes ihren kühnsten Träumen hin. Einige der Werke sind allerdings nicht mehr zu sehen, weil sie auf urheberrechtlich geschützte Computeranimationen setzten - ausgerechnet aus einem Videospiel eines US-Herstellers.

Der Kampf um die Köpfe der verarmten Bevölkerung des Staates hat sich im Einklang mit wachsenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zugespitzt. Zunächst teste Pjöngjang zum dritten Mal unterirdisch eine Atombombe. Als die Vereinten Nationen daraufhin ihre Sanktionen verschärften, kündigte Nordkorea den Nichtangriffspakt mit dem Süden auf und drohte den USA mit einem atomaren Erstschlag.

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Quelle: n-tv.de, mit AFP

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