Politik

Wegen "unbedachten Verhaltens" Nordkorea nimmt US-Touristen fest

US-Präsident Obama ist in Südkorea zu Besuch. Just zu dieser Zeit gibt der Norden bekannt, man habe einen US-Bürger festgenommen, der sich bei seiner Einreise nicht angemessen verhalten habe. Seit mehr als zwei Wochen ist der Mann offenbar bereits in Haft.

5689238.jpg

der US-Amerikaner Kenneth Bae sitzt bereits seit 2012 in Nordkorea in Haft.

(Foto: picture alliance / dpa)

Während des Besuchs von US-Präsident Barack Obama in Südkorea hat der Norden die Festnahme eines jungen US-Bürgers bekannt gegeben. Der 24-jährige Tourist, dessen Name als Miller Matthew Todd angegeben wurde, sei am 10. April bei der Einreise nach Nordkorea wegen seines "unbedachten Verhaltens" festgenommen worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Demnach befindet sich der Mann weiter in Haft, es sei eine Untersuchung eingeleitet worden.

Laut KCNA riss Miller sein Touristenvisum in Stücke und rief, er wolle Asyl beantragen und habe Nordkorea als seinen Zufluchtsort ausgewählt. Dieses Handeln sei ein "schwerer Verstoß" gegen die Gesetze. Es gab zunächst keine Reaktion aus Washington oder der Delegation Obamas, der am Freitag zu einem zweitägigen Besuch in Seoul eingetroffen war. Die USA haben keine eigene Botschaft in Pjöngjang und nutzen in Notfällen die schwedische Vertretung.

In Nordkorea wurden wiederholt US-Bürger inhaftiert. Seit November 2012 sitzt dort der US-Bürger Kenneth Bae in Haft. Der Mann, der laut der nordkoreanischen Justiz ein evangelikaler Missionar ist, wurde wegen Plänen zum Umsturz der Regierung zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Bemühungen um seine Freilassung blieben bislang erfolglos. In anderen Fällen gelang es dagegen nach längeren Vermittlungen, die Freilassung inhaftierter US-Bürger zu erreichen.

Quelle: n-tv.de, fma/AFP

Mehr zum Thema