Politik

Apokalypse beliebter als Kandidaten Obama: Trump soll "mit Gejammer aufhören"

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Obama hält nichts von Trumps andauernden Anschuldigungen.

(Foto: AP)

Die eigentliche Präsidentschaftswahl in den USA steht erst Anfang November an. Trotzdem wittert Kandidat Trump bereits Betrug. Präsident Obama platzt deshalb der Kragen. Eine Umfrage bringt derweil Erstaunliches über die Kandidaten ans Tageslicht.

US-Präsident Barack Obama hat Donald Trump in scharfen Worten aufgefordert, Beschwerden über angebliche Wahlfälschung zu unterlassen. "Ich würde Herrn Trump dazu einladen, mit dem Gejammer aufzuhören", sagte Obama. Stattdessen solle der republikanische Präsidentschaftskandidat versuchen, Stimmen für sich zu gewinnen.

Noch nie habe ein Kandidat in der jüngeren Geschichte der USA versucht, "die Wahl und den Wahlablauf zu diskreditieren, noch bevor die Abstimmung stattgefunden hat", sagte Obama. Es habe keine größeren Fälle von Wahlfälschung in den USA gegeben und das dezentrale Wahlsystem verhindere Manipulationen. Trump handle verantwortungslos, sagte der Präsident der Demokraten weiter. Das Vertrauen in die Institutionen der USA müsste erhalten bleiben.

Trump hatte am Wochenende die Rechtmäßigkeit der Wahl am 8. November infrage gestellt. Das Ergebnis würde in vielen Wahllokalen zugunsten der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton manipuliert, schrieb er auf Twitter. Sie ist Obamas ehemalige Außenministerin. Trump liegt jüngsten Umfragen zufolge hinter Clinton. Die Präsidentschaftswahl in den USA wird von den einzelnen Bundesstaaten organisiert, nicht zentral vom Bund. In vielen Staaten kann bereits abgestimmt werden.

Präsident durch Lotterie bestimmen

Einer Umfrage zufolge sind junge US-Bürger allerdings sowohl mit Trump als auch mit Clinton unzufrieden: Fast ein Viertel von ihnen würde einen weltzerstörenden Meteoriteneinschlag den beiden Kandidaten vorziehen. Die von der University of Massachusetts und Odyssey Millennials vorgelegte Studie fand zudem 39 Prozent Zustimmung dafür, dass sich Barack Obama zum Präsidenten auf Lebenszeit ernennt. 26 Prozent befürworteten sogar eine Lotterie zur Bestimmung des nächsten Staatsoberhaupts.

"Natürlich glauben wir nicht, dass sie es ernst meinen", sagte der zuständige Direktor Joshua Dyck vom Center for Public Opinion zu der Umfrage. Das Ergebnis zeige aber den Grad des Frusts unter den etwa 1250 befragten 18- bis 35-Jährigen. Dies stehe im deutlichen Kontrast zu der Begeisterung für Obama bei der Wahl 2008. Auf Twitter war bereits zuvor der Hashtag #GiantMeteor2016 als Ausdruck der Unzufriedenheit mit der diesjährigen Abstimmung verwendet worden. Clinton und Trump sind die unbeliebtesten Präsidentschaftskandidaten der jüngeren amerikanischen Geschichte.

US-Meinungsforscher verwenden oft dramatische Vergleiche als nicht ganz ernst gemeintes Mittel, um die Stimmung in der Bevölkerung zu unterstreichen. So fand Public Policy Polling 2013, dass die Zustimmungsrate von gerade einmal acht Prozent zur Arbeit des Kongresses bedeute, dass unter anderem Hämorrhoiden, Nagelpilz, Hundekot, Zombies und "selbst die Wall Street" im direkten Vergleich beliebter seien.

Quelle: ntv.de, mli/rts