Politik

"Autounfälle sind gefährlicher als Terroranschläge" Obama erklärt Politik in "Tonight Show"

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Obama zieht den Auftritt in TV-Shows mit Millionen-Publikum der Befragung bei Interviews vor.

(Foto: AP)

Schon zum sechsten Mal erklärt Barack Obama bei Jay Leno die große Politik. Dabei spricht er über seine Enttäuschung im Fall Snowden, über sein Verhältnis zu Moskau und darüber, dass man selbstverständlich weiter in den Urlaub fahren könne.

US-Präsident Barack Obama hat sich in einer Unterhaltungsshow des US-amerikanischen Fernsehens zum Spähprogramm der NSA, zum Fall des Whistleblowers Edward Snowden und dessen Asyl in Russland geäußert. Dabei zeigte er sich "enttäuscht" über die Entwicklung im Fall des US-Computerexperten. "Ich war enttäuscht, denn obwohl wir kein Auslieferungsabkommen mit den Russen haben, haben wir traditionell versucht, darauf zu achten, ob ein Gesetzesbrecher oder mutmaßlicher Gesetzesbrecher in ihrem Land ist", sagte er in der Late-Night-Show von Jay Leno.

Der Auftritt Obamas bei der 63-jährigen Talkshow-Legende Jay Leno ist nicht der erste: Schon insgesamt sechs Mal war er Gast in der "Tonight Show", davon vier Mal als US-Präsident.

Immer nach vorne schauen

Von einer politischen Eiszeit zwischen den USA und Russland wollte Obama in dem Gespräch nicht reden. Zwar habe es zuletzt verschiedene "Herausforderungen" zwischen Washington und Moskau gegeben, insgesamt gebe es aber in den Beziehungen keine "größeren Brüche". "Wir können immer noch viel mit ihnen zusammenarbeiten", sagte Obama. "Allerdings gibt es Zeiten, in denen sie in die Denkweise und Mentalität des Kalten Krieges zurückfallen." Er sage dem russischen Präsidenten Wladimir Putin immer wieder, man müsse nach vorne schauen und sich um die Zukunft kümmern.

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Autonarr Leno, der in wenigen Monaten seinen Abschied vom TV nimmt, bekam von Obama am Ende ein Modell seiner Präsidentenlimousine "Beast" geschenkt.

(Foto: AP)

Der frühere Geheimdienstmitarbeiter Esward Snowden hatte sich wochenlang im Transitbereich des Moskauer Flughafens aufgehalten, bis Russland ihm schließlich nach langem Zögern vor wenigen Tagen für ein Jahr Asyl gewährte. Die USA hatten vehement seine Auslieferung verlangt. Der Computerexperte hatte geheime Dokumente zur Überwachung des Internet- und Telefonverkehrs durch die US-Geheimdienste öffentlich gemacht. Über Hongkong war er auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo gelandet, wo er mehrere Wochen festsaß, weil die USA seine Reisedokumente für ungültig erklärt hatten.

Obama bestätigte in der Sendung seine Teilnahme am G-20-Gipfel in St. Petersburg im September. Der Gipfel sei das wichtigste Forum für Gespräche über die Weltwirtschaft und finde nun einmal in diesem Jahr in Russland statt. Ob er zu einem direkten Gespräch mit Russlands Staatschef Putin zusammenkommt, sagte Obama nicht.

Nach Angaben des US-Außenministeriums ist für Freitag ein amerikanisch-russisches Treffen auf Ministerebene in Washington geplant, bei dem es unter anderem um Snowden gehen soll. Die sogenannten "Zwei-plus-Zwei"-Verhandlungen zwischen den USA und Russland wurden zuletzt im Jahr 2007 geführt.

"Wir reagieren flexibel"

Obama verteidigte in der Sendung auch die weltweite Reisewarnung, die seine Regierung herausgegeben hat. Er habe als Präsident immer versucht, nicht überzureagieren, "aber der amerikanischen Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass es ernste Risiken gibt". Es sei großartig, wie flexibel die USA reagierten. Als Beispiel nannte er den Tag nach den Bombenanschlägen von Boston. Es sei alles getan worden, um handlungsfähig zu bleiben.

"Terroristen sind abhängig von der Vorstellung, dass wir uns terrorisieren lassen. Aber wir leben einfach weiter unser Leben", betonte Obama. Der US-Präsident riet allen, die einen Urlaub planen, sich die Reisehinweise im Internet genau anzusehen. "Natürlich kann man noch in Urlaub fahren, aber man sollte sich umsichtig verhalten." Mit einem Augenzwinkern fügte Obama hinzu, dass die Wahrscheinlichkeit, bei einem Terroranschlag ums Leben zu kommen, deutlich geringer sei, als mit dem Auto tödlich zu verunglücken.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa/AFP

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