Politik

"Baum der Freundschaft" Obama grüßt den Iran

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Seit 1979 unterhalten der Iran und die USA keine diplomatischen Beziehungen mehr - Neujahrsgrüße schließt das jedoch nicht aus.

In einer Video-Ansprache zum iranischen Nowruz-Fest fordert US-Präsident Obama die Führung des Iran zu "ernsten und nachhaltigen Anstrengungen" auf, um eine Lösung im Streit um das Atomprogramm zu finden. Bleibe der Iran bei seiner derzeitigen Politik, werde sich das Land noch weiter isolieren.

Zwei Tage vor Beginn seiner Nahost-Reise hat US-Präsident Barack Obama die iranische Führung zum Einlenken im Atomstreit mit dem Westen aufgefordert. Die Zeit sei reif zu "sofortigen und bedeutsamen Schritten" Teherans, um die Spannungen abzubauen und eine dauerhafte Lösung des Disputs zu finden, erklärte Obama in einer mit persischen Untertiteln versehenen Videobotschaft anlässlich des iranischen Neujahrsfestes Nowruz.

Obama erinnerte daran, dass er in jedem Jahr seiner Amtszeit als US-Präsident einen Nowruz-Gruß an das iranische Volk gerichtet habe. Er habe der iranischen Führung bereits 2009 "neue Beziehungen zwischen beiden Ländern" angeboten, sollte sie ihren internationalen Verpflichtungen nachkommen. Der Iran könne dann damit beginnen, "auf den Platz in der Gemeinschaft der Nationen zurückzukehren, der ihm gebührt".

Er habe sich jedoch nie "Illusionen" darüber gemacht, dass es schwer sein werde, "Jahrzehnte des Misstrauens zu überwinden", sagte der US-Präsident weiter. Es bedürfe "ernster und nachhaltiger Anstrengungen", um die vielen Konflikte zwischen dem Iran und den USA zu lösen. Dazu gehöre auch die wachsende Sorge über das iranische Atomprogram, das die Sicherheit und den Frieden der Region "und darüber hinaus" bedrohe.

"Hoher und unnötiger Preis"

Bislang habe die iranische Führung es nicht geschafft, die internationale Gemeinschaft davon zu überzeugen, dass ihr Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken diene, so Obama. Die Iraner hätten einen "hohen und unnötigen Preis" für die Weigerung ihrer Führung bezahlt, sich diesem Thema zu widmen. Wenn das Atomprogramm tatsächlich friedlichen Zwecken diene, gebe es eine Basis für eine praktische Lösung. Die USA und die internationale Gemeinschaft seien bereit, zu einer solchen Lösung zu kommen. Wenn die iranische Führung allerdings ihren bisherigen Weg weiter verfolge, werde sie das Land noch weiter isolieren.

Zum Schluss seiner kurzen Ansprache zitierte Obama den persischen Dichter Hafis: "Pflanze den Baum der Freundschaft, der Frucht des Wunsches bringt, tilge den Zweig der Feindschaft, der Schmerz und Qualen bringt." Am Mittwoch beginnt Obama einen Besuch in Israel und den Palästinensergebieten.

Quelle: ntv.de, hvo/AFP

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