Politik

Verwirrung um Irak-Äußerung Obama lässt die Truppen daheim

2014-09-17T162109Z_683128990_GM1EA9I00W501_RTRMADP_3_USA-OBAMA.JPG8057762174283383533.jpg

Obama bei einem Besuch auf einer Air-Force-Basis in Tampa (Florida).

(Foto: Reuters)

Schicken die USA nun doch wieder Truppen in den Irak? Ein hochrangiger Militär hatte dies angedeutet. Doch nun bügelt ein Obama-Sprecher den verbalen Fauxpas aus und erklärt, wie die Äußerung gemeint war.

US-Präsident Barack Obama hält an seiner Strategie fest, die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) im Irak nur aus der Luft anzugreifen. Es sollten keine Bodentruppen in den Irak entsandt werden, bekräftigte das Weiße Haus am Dienstag. Obama-Sprecher Josh Earnest bezeichnete Äußerungen von Generalstabschef Martin Dempsey über einen möglichen Kampfeinsatz von US-Bodentruppen als "rein hypothetisches Szenario". Es sei normal, dass das Militär für eine Reihe von Eventualitäten plane. Earnest bekräftigte die Haltung von Obama, keine Bodentruppen für den Kampf gegen den IS zu entsenden. Dempsey hatte zuvor bei einer Anhörung im Senat eine Beteiligung von US-Militärberatern an Kampfeinsätzen gegen die IS-Miliz nicht ausgeschlossen.

Der Generalstabschef betonte, dass er derzeit keine Notwendigkeit für einen Gefechtseinsatz von US-Militärberatern sehe. Allerdings könnte eine "außerordentlich komplexe" Mission der irakischen Truppen eine militärische Begleitung während des "Nahkampfes" gegen IS-Einheiten erforderlich machen, etwa bei einer Rückeroberung der Millionenstadt Mossul. Möglicherweise werde er auch den Einsatz von Bodentruppen empfehlen, falls Obamas Strategie aus Luftangriffen und Stärkung von regionalen Verbündeten nicht aufgehe, sagte Dempsey.

Das Pentagon lässt nach den derzeitigen Plänen rund 1600 US-Soldaten im Irak stationieren, die aber als Militärberater arbeiten und US-Einrichtungen schützen sollen. Für den Kampf gegen die IS-Miliz wollen die USA verbündete Truppen vor Ort aufrüsten und ausbilden. Im Irak setzt Obama dabei auf die irakische Armee und die kurdischen Peschmerga, im Bürgerkriegsland Syrien auf moderate Rebellengruppen.

USA schlagen aus der Luft zu

Nach Angaben irakischer Militärs und Stammesführer attackierten US-Kampfflugzeuge drei IS-Ziele südlich von Bagdad. Dabei seien vier Dschihadisten getötet worden. Das US-Militär bestätigte drei Luftangriffe, machte aber keine Ortsangaben. Nach Angaben eines Stammesführers kämpften irakische Elite-Soldaten in der rund 50 Kilometer südlich der Hauptstadt gelegenen Region Dschurf al-Sachr in der Nacht gegen IS-Kämpfer. Sie konnten die IS-Milizionäre demnach aber nicht zurückdrängen. Im östlich von Bagdad gelegenen Ramadi wurden nach Polizeiangaben sieben Menschen bei einem Selbstmordattentat getötet.

US-Heimatschutzminister Jeh Johnson warnte unterdessen eindringlich vor der wachsenden Terrorgefahr durch den IS. Auch wenn es derzeit noch keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne gebe, sei IS eine "unglaublich gefährliche Organisation", sagte Johnson bei einer Anhörung im Kongress nach seiner vorab veröffentlichten Stellungnahme. "Wenn wir den Kampf gegen sie nicht in Übersee aufnehmen, riskieren wir, sie hier zu Hause bekämpfen zu müssen", sagte Mike McCaul, Vorsitzender im Heimatschutz-Ausschuss des Abgeordnetenhauses, der Johnson sowie FBI-Direktor James Comey geladen hatte.

In Saudi-Arabien verbot der einflussreiche Rat der Obersten Religionsgelehrten (Ulema) jedwede Unterstützung für den IS und stellte etwaige Verstöße gegen dieses Gebot unter das islamische Scharia-Gesetz. In einer Erklärung hieß es, der IS vertrete eine "abweichende Doktrin" und sei "Feind Nummer eins" des Islam. Saudi-Arabien hatte sich ebenso wie Katar und andere arabische Staaten bereit erklärt, ein internationales Vorgehen gegen den IS zu unterstützen.

Quelle: n-tv.de, vpe/AFP

Mehr zum Thema