Politik

Zwei bis drei Jahre Aufbauzeit Offensivtruppe gegen Cyber-Attacken geplant

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Die Angreifer sind nur mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die letzte Attacke auf Telekom-Router zeigt deutlich, wie angreifbar westliche Infrastruktur über das Internet ist. Deutschland hat dafür bisher keine angemessene Verteidigungsstrategie. Das soll sich ändern.

Das Bundesinnenministerium will einem Zeitungsbericht zufolge eine Einheit von IT-Spezialisten aufstellen, die bei Cyber-Angriffen auf die kritische Infrastruktur in Deutschland mit Gegenattacken antworten kann. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

Wenn kritische Infrastruktur, also etwa Kraftwerke oder die Wasserversorgung betroffen seien, dann sei es notwendig, "das Angriffswerkzeug lahmzulegen" und gegnerische Server im Ausland auszuschalten, zitiert die Zeitung Fachleute, die mit den Plänen befasst sind. Eine solche Fähigkeit sei notwendig, wenn ein Land, von dem die Angriffe ausgingen, nicht zur Kooperation bereit sei.

Spezialisten fehlen

Das Vorhaben gilt in der Koalition noch als umstritten. Im Innenministerium ist man nach Angaben der Zeitung optimistisch, dass eine solche Einheit innerhalb von zwei bis drei Jahren aufgebaut werden kann. Allerdings sei es schwierig, hochqualifizierte Spezialisten für den öffentlichen Dienst zu gewinnen.

Nach der Cyber-Attacke auf Router der Deutschen Telekom hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Thema IT-Sicherheit in ihrem wöchentlichen Video-Podcast angesprochen. Die IT-Sicherheit werde auch für Handwerksbetriebe immer wichtiger, sagte Merkel. Das Bundeswirtschaftsministerium habe gerade für kleine und mittelständische Unternehmen die Initiative "IT-Sicherheit in der Wirtschaft" gestartet.

Cyberkriminalität und Cyberspionage sind inzwischen ein ernsthaftes Problem. Vor allem Russland und China werden verdächtigt, Cyberwaffen im Rahmen einer hybriden Kriegsführung einzusetzen. Die jeweiligen Operationen werden der FAS zufolge "von oben in Auftrag gegeben, zentral geplant und technisch so durchgeführt, dass eine genaue Urheberschaft nicht zu beweisen ist". Inzwischen werde auch immer häufiger auf diesem Weg Sabotage durchgeführt.

Quelle: ntv.de, sba