Politik

Einsatz von Marschflugkörpern Ölfeld angeblich vom Iran aus beschossen

Nach den Angriffen auf saudi-arabische Ölfelder waren die USA mit Schuldzuweisungen an Iran schnell bei der Hand. Jetzt soll es Belege geben, dass auch Raketen abgefeuert wurden - von iranischem Boden aus. In Riad bleibt man trotzdem noch skeptisch.

Nach den Luftangriffen auf zwei saudi-arabische Ölanlagen verfügen die USA nach eigenen Angaben über gesicherte Erkenntnisse für die Verantwortung des Iran. Ein Regierungsvertreter in Washington sagte, es stehe fest, dass die Attacken von iranischem Boden aus geführt worden seien. Dabei seien unter anderem Marschflugkörper eingesetzt worden.

Der US-Regierungsmitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden wollte, äußerte sich allerdings nicht dazu, von welcher Art das Beweismaterial sein soll. Laut "Wall Street Journal" übermittelten die USA bereits Geheimdiensterkenntnisse an Saudi-Arabien, wonach von iranischem Boden "mehr als 20 Drohnen und mindestens zwölf Raketen" auf die Anlagen des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco abgefeuert worden sein sollen.

Saudi-arabische Regierungsvertreter betrachten jedoch der Zeitung zufolge die US-Informationen mit Skepsis. Als Beleg dafür, dass die Angriffe vom Iran ausgingen, reichten sie nach ihrer Ansicht nicht, schrieb das "Wall Street Journal". Der neue saudische Energieminister betonte ebenfalls, sein Land habe keine Erkenntnisse darüber, wer hinter den Luftangriffen auf seine Ölanlagen stehe. "Wir kennen die Drahtzieher nicht", sagte Prinz Abdulasis bin Salman in Dschidda. Riad macht Teheran bislang nicht direkt für die Angriffe verantwortlich. Die saudi-arabische Regierung erklärte nur, dass dafür iranische Waffen verwendet worden seien.

Teheran bestreitet Verantwortung

Zu den Attacken hatten sich die Huthi-Rebellen aus dem Jemen bekannt. Sie werden vom Iran im jemenitischen Bürgerkrieg in ihrem Kampf gegen eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt. Teheran bestreitet jegliche Verantwortung für die Angriffe vom Samstag auf die Aramco-Anlagen in Abkaik und Churais. Der iranische Präsident Hassan Ruhani rechtfertigte diese jedoch als "Selbstverteidigung" der Huthi-Rebellen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag gesagt, dass der Iran mutmaßlich hinter den Angriffen stecke, er aber das "definitive" Ergebnis der Untersuchungen abwarten wolle. Unklar bleibt, ob die inzwischen von dem US-Regierungsmitarbeiter zitierten Informationen über Trumps Kenntnisstand vom Vortag hinausgehen.

Nach dessen Angaben trägt Washington zur Zeit ein Dossier zu den Angriffen zusammen. Dieses solle der internationalen Gemeinschaft und besonders den europäischen Verbündeten in der kommenden Woche am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York vorgelegt werden. US-Außenminister Mike Pompeo plant eine Reise nach Saudi-Arabien, um dort über die Reaktion auf die Luftangriffe zu beraten, kündigte Vizepräsident Mike Pence an.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP

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