Politik

Umfragetief von Schwarz-Gelb Opposition ist kampfeslustig

Schwarz-Gelb ist am Tiefpunkt, zumindest was die Umfragewerte betrifft. Während die Grünen weiteren Bündnissen mit der CDU eine Absage erteilen, hält sich die SPD zurück. Kühlen Kopf bewahren, so die Devise der Sozialdemokraten.

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Jürgen Trittin, zielgerichtet.

(Foto: picture alliance / dpa)

Angesichts des Umfragehochs im Bund geben sich die Grünen selbstbewusst, die SPD warnt hingegen vor Überheblichkeit. Er hoffe, dass sich im Falle von Neuwahlen die aktuellen Umfragewerte bestätigen ließen und es für eine rot-grüne Mehrheit reiche, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin. "Wir wollen Schwarz-Gelb ablösen".

Einem Bündnis mit der Union räumt Trittin auf Bundesebene derzeit aber keine Chance ein. Besonders die jüngste Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an dem von der EU geforderten schnellen Aus für die Steinkohlesubventionen sowie die Laufzeitverlängerungen der ältesten Atomreaktoren bezeichnete Trittin als "Kampfansage". Die Grünen treten für einen schnellstmöglichen Kohleausstieg ein, da bei der Kohleverbrennung zur Stromgewinnung viel klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt wird.

"CDU rückt nach rechts"

Weitere schwarz-grüne Bündnisse neben Hamburg sieht Trittin skeptisch. "Die CDU entfernt sich gerade aus der Mitte der Gesellschaft und rückt nach rechts. Die Distanz zu den Grünen ist größer geworden." Auf dieser Basis könne es "kein schwarz-grünes Bündnis im Bund geben".

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Zwei Farben, zwei Bewertungen der Situation: SPD und Grüne.

(Foto: dpa)

Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles rief ihre Partei dazu auf, kühlen Kopf zu behalten. "Die Umfragewerte freuen uns natürlich, wer hätte das so schnell nach der letzten Bundestagswahl erwarten dürfen", sagte Nahles der "Berliner Zeitung". "Aber Umfragewerte steigen uns nicht zu Kopf, denn wir wissen, wir müssen uns weiter erneuern und unsere Alternativen zum derzeitigen Regierungschaos stark machen."

SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil sagte, Merkel gehe "mit einem Rucksack voller ungelöster Probleme in den Urlaub". Daran werde sich nach der Sommerpause nichts ändern. "Kein Konzept, kein Mut und keine Orientierung - die schwarz-gelbe Bundesregierung hat abgewirtschaftet", sagte Heil dem Blatt.

Absolute Mehrheit für Rot-Grün

Die schwarz-gelbe Bundesregierung geht mit katastrophalen Umfragewerten in die Sommerpause. CDU, CSU und FDP erreichen im Forsa-Wahltrend mit insgesamt 34 Prozent den niedrigsten Wert, den das Institut seit Beginn seiner regelmäßigen Umfragen für den "Stern" im Jahr 1986 jemals für die drei Parteien gemeinsam ermittelt hat.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, könnte Rot-Grün mit der absoluten Mehrheit rechnen: SPD und Grüne kämen zusammen auf 47 Prozent, ergab die Umfrage für "Stern" und RTL. Auf die SPD würden laut Forsa derzeit 28 Prozent entfallen. Die Partei bekäme fünf Prozentpunkte mehr als bei der Bundestagswahl im September 2009. Den Grünen würden 19 Prozent ihre Stimme geben, nach 10,7 Prozent im September - ein neues Rekordhoch.

Quelle: ntv.de, dpa