Politik

"Halten Sie bitte die Fresse!" Özdemir weist Störenfried rüde zurecht

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Cem Özdemir im Februar 2020

(Foto: picture alliance/dpa)

Als Cem Özdemir ein Interview zur Stuttgarter Krawallnacht gibt, wird er plötzlich von einem Passanten unterbrochen. Die Reaktion des früheren Grünen-Chefs ist so deutlich wie polarisierend. Vor allem von der AfD gibt es Gegenwind.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir hat einen Passanten rüde zurechtgewiesen, der ihm bei einem Interview zu den Stuttgarter Krawallen dazwischengeredet hatte. "Halten Sie bitte die Fresse! Danke, ich red' grade", sagte der frühere Grünen-Chef dem Mann. Der hatte das "Welt"-Gespräch mit den Worten unterbrochen: "Polizeidiktatur ist schuld."

Özdemir steht bei dem Interview vor der Geschäftsstelle der baden-württembergischen Grünen in der Stuttgarter Fußgängerzone. Nach der Unterbrechung durch den Mann kommt es zu einem kurzen Wortgefecht.

"Wir sind hier in Deutschland. Ich rede gerade. Bitte Maul halten", sagt Özdemir zu dem Mann, der sichtlich aufgeregt ist. "Die Polizeidiktatur bestraft einfache Menschen - Straßenmusiker, 200 Euro!", schimpft er. "Ich rede gerade, gehen Sie mal zur Seite", erklärt Özdemir, ehe er sich wieder zur Kamera dreht und sagt: "So, machen wir weiter."

"Zu Recht ein Skandal"

Auf Twitter bat Özdemir später um Entschuldigung für seine Wortwahl. "Immerhin habe ich 'bitte' gesagt... Aber im Ernst, 'Fresse' hätte mir nicht rausrutschen dürfen. Auch wenn ich der Überzeugung bin, dass wir nicht in einer Polizeidiktatur leben, hätte ich andere Worte wählen müssen."

Im Netz zeigten viele Nutzer Verständnis für den Ausbruch. Einer erklärte beispielsweise, dass ihm "ehrliche Politiker lieber sind als politische Ehrlichkeit". Ein anderer sprach von einer "authentischen Reaktion auf diesen Störenfried" und lobte sogar das höfliche "Bitte".

Die AfD dagegen kritisierte den Grünen-Politiker: "'Halten sie bitte die Fresse ... wir sind hier in Deutschland ... bitte Maul halten' - So spricht Parteibonze Özdemir mit einem Mitbürger. Was bei jedem Politiker von AfD, CDU oder FDP zu Recht ein Skandal wäre, ist bei ihm 'authentisch' und bedarf keiner Entschuldigung."

Quelle: ntv.de, chr/dpa