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Israelische Siedlung geräumt Polizei evakuiert in Amona eine Synagoge

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Die Sicherheitskräfte haben insgesamt rund tausend Personen aus der Siedlung weggebracht.

(Foto: AP)

In der israelischen Siedlung Amona verschanzt sich der harte Kern der Räumungsgegner in einer Synagoge. Polizisten räumen Barrikaden aus dem Weg und tragen etwa 200 Jugendliche weg. Bei der Evakuierung des Gotteshauses kommt es zu Gewalt.

Bei der Räumung der Synagoge in der israelischen Siedlung Amona im Westjordanland sind 17 Polizisten verletzt worden. In dem Gotteshaus versammelte jugendliche Räumungsgegner hätten sich sehr aggressiv verhalten und die Sicherheitskräfte mit Steinen, Felsbrocken, Flaschen, Eisenstangen und Pfefferspray angegriffen, teilte eine Polizeisprecherin mit.

Der Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, sprach von "Hooligans, die eine Schande für das Judentum" darstellten. Am Nachmittag wurde die Räumungsaktion in der Siedlung nordöstlich von Ramallah abgeschlossen. Insgesamt wurden bei dem zweitägigen Einsatz mehr als 40 Polizisten verletzt. Die Sicherheitskräfte haben insgesamt rund tausend Personen aus der Siedlung weggebracht.

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Polizisten tragen die Räumungsgegner einzeln aus dem Gebäude.

(Foto: REUTERS)

Nach Medienberichten waren rund 3000 Polizisten an dem Einsatz beteiligt. Die nicht genehmigte Siedlung liegt auf palästinensischem Privatland. Das Höchste Gericht in Jerusalem hatte angeordnet, den Ort bis zum 8. Februar zu räumen. Ultrarechte Minister wie Naftali Bennett von der Siedlerpartei haben die Räumung scharf kritisiert und die Annexion weiter Teile des Westjordanlands angekündigt.

Viele Räumungsgegner kamen extra angereist

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte am Mittwochabend den Bau einer neuen Siedlung für die Einwohner von Amona an. Ein Komitee solle einen passenden Ort finden und die Einzelheiten klären. Eine Sprecherin der Organisation Peace Now sagte, es sei das erste Mal seit 1992, dass die israelische Regierung eine neue Siedlung im Westjordanland gründe. Seitdem habe es nur Erweiterungen bestehender Siedlungen oder rückwirkende Legalisierungen illegaler Außenposten gegeben.

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Einige Räumungsgegner hatten sich in der Synagoge angekettet.

(Foto: REUTERS)

Auf Videobildern war zu sehen, wie die Polizisten die Tür und Fenster der Synagoge in Amona aufbrachen, in dem sich der harte Kern der Räumungsgegner verschanzt hatte. Polizisten trugen die Räumungsgegner schließlich einzeln aus dem Gebäude. Ein Einwohner Amonas warf der Polizei im Gespräch mit der Nachrichtenseite "ynet" "Zerstörungswut und die Vertreibung von Juden" vor.

Etwa 200 Jugendliche hatten sich am Mittwoch in der Synagoge verbarrikadiert, um gegen die Räumung der nicht genehmigten Siedlung zu protestieren. Viele von ihnen waren keine Einwohner Amonas, sondern von außen angereist. Die Polizisten mussten zahlreiche Barrikaden aus dem Weg räumen, bis sie in das Gebäude vordringen konnten. Einige der Jugendlichen hatten sich in der Synagoge angekettet.

Genehmigung von neuen Wohnungen

Noch am Vorabend der in Israel heftig umstrittenen Räumung hatte die rechts-religiöse Regierung den Bau von 3000 weiteren Siedlerwohnungen genehmigt. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprach von einer sehr besorgniserregenden Entwicklung, die eine Zweistaatenlösung mit einem Palästinenserstaat neben Israel erschwere.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres äußert sich besorgt über den von Israel geplanten Bau von mehr als 5000 weiteren Siedlerwohnungen. Er rief Israelis und Palästinenser auf, wieder gemeinsame Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts auf Grundlage bestehender UN-Resolutionen aufzunehmen. Schon jetzt leben rund 600.000 Israelis in mehr als 200 Siedlungen im Westjordanland und in Ost-Jerusalem.

Quelle: n-tv.de, jki/dpa