Politik
Adrian U. droht bei einem Schuldspruch eine lebenslange Freiheitsstrafe.
Adrian U. droht bei einem Schuldspruch eine lebenslange Freiheitsstrafe.(Foto: dpa)
Montag, 09. Oktober 2017

Wegen Angriff auf Polizisten: Prozess gegen Ex-"Mister Germany" beginnt

Der mutmaßliche Reichsbürger und ehemalige "Mister Germany" Adrian U. schießt im August 2016 bei der Zwangsräumung seines Hauses auf einen Polizisten - so steht es in der Anklageschrift. Doch davon will der Angeklagte schon vor Prozessbeginn nichts wissen.

Im Prozess vor dem Landgericht in Halle an der Saale wegen eines mutmaßlichen "Reichsbürger"-Angriffs auf einen Polizisten hat sich die Anklageverlesung zunächst verzögert. Zum Verhandlungsauftakt beantragten die Anwälte des Angeklagten Adrian U., die Anklageschrift nicht zu verlesen und das Verfahren einzustellen. Sie kritisierten inhaltliche Fehler und schwere Mängel in der Anklageschrift.

Die Verteidiger argumentierten, dass der Tatvorwurf nicht hinreichend konkret beschrieben sei und dass sich ihr Mandant nicht ausreichend verteidigen könne. Nach ihrer Ansicht sei etwa die Schussabgabe nicht hinreichend dargelegt. Der Angeklagte U. selbst beantragte über seine Verteidiger die öffentlich Aufzeichnung der Verhandlung.

Bereits vor Prozessbeginn hatte U. im Gerichtssaal gesagt, er habe keine Schüsse auf Polizisten abgegeben. "Ich habe eine Waffe in der Hand gehalten, ich habe aber zu keinem Zeitpunkt geschossen", sagte er auf die Frage einer Journalistin. Er habe nur "Widerstand" geleistet. Im gesamten Ermittlungsverfahren hatte sich U. zuvor nicht zu den Vorwürfen geäußert.

U. soll aus niedrigen Beweggründen gehandelt haben

U. wird versuchter Mord vorgeworfen. Der ehemalige "Mister Germany" soll im August 2016 bei der Zwangsräumung seines Hauses in Reuden in Sachsen-Anhalt auf einen Beamten geschossen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 42-Jährige aus niedrigen Beweggründen handelte.

Laut Anklage wurde der Polizist nur deshalb nicht getötet, weil das Geschoss seine Schutzausrüstung traf. Bei einem Schuldspruch könnte U. eine lebenslange Freiheitsstrafe drohen. Die Tat vor gut einem Jahr gilt als Beginn einer Serie von Gewaltattacken sogenannter Reichsbürger in Deutschland.

Quelle: n-tv.de

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