Politik

Ukrainische Armee tötet Rebellen Putin droht mit "Konsequenzen"

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Vor Slawjansk haben Separatisten Barrikaden in Brand gesteckt.

(Foto: REUTERS)

Russlands Präsident droht mit ernsten Folgen für die Übergangsregierung der Ukraine. Der Anlass: Im Osten des Landes macht Kiew ernst mit der Rückeroberung von Städten, die von prorussischen Milizen kontrolliert werden. Dabei gibt es Tote.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat angesichts des ukrainischen Militäreinsatzes im Osten des Landes mit "Konsequenzen" gedroht. Er brachte Folgen "für diejenigen, die diese Entscheidungen treffen, vor allem für die zwischenstaatlichen Beziehungen" ins Spiel.

Sollte Kiew in der Ostukraine tatsächlich das Militär gegen die Bevölkerung einsetzen, sei das ein "schweres Verbrechen am eigenen Volk", sagte Putin. Er bezog sich dabei offenbar auf einen Einsatz der ukrainischen Armee vor den Toren von Slawjansk.

Das Innenministerium in Kiew hatte zuvor bestätigt, dass bei der Aktion in Slawjansk "bis zu fünf" prorussische Kämpfer gestorben seien. Ein Sprecher der moskautreuen "Volksmiliz" hatte zuvor von einem Toten in den eigenen Reihen gesprochen. Andere Quellen berichten von zwei Todesopfern.

Angeblich soll es auch an anderen Kontrollpunkten um die Stadt Schusswechsel gegeben haben. Das ukrainische Innenministerium erklärte, man habe drei Kontrollpunkte der Separatisten erobert. Ein Mitglied der Sicherheitskräfte sei dabei verletzt worden.

2000 Bewaffnete in der Stadt

Die prorussischen Aktivisten gaben an, die Straßensperre selbst in Flammen gesetzt zu haben. Einer von ihnen sagte, er habe sieben ukrainische Panzerfahrzeuge auf der anderen Seite der Barrikade gesichtet. Die Rebellen zogen sich in Verteidigungsstellungen zurück.

Ein Sprecher der prorussischen Seite sagte, das gesamte Zivilpersonal im Rathaus habe Anweisung erhalten, das Gebäude zu verlassen. "Die bewaffneten Männer, welche die Verteidigung des Rathauses gewährleisten, bleiben auf ihrem Posten", sagte der Sprecher.

Slawjansk befindet sich wie rund zehn andere ostukrainische Städte seit Tagen in den Händen von prorussischen Gruppen. In der Stadt sollen etwa 2000 Bewaffnete bereitstehen.

Mit der Offensive im Osten und der Reaktion Putins wächst die Angst vor einem Eingreifen Russlands. Zum Schutz russischer Staatsbürger in der Ukraine hatte sich Putin im März eine parlamentarische Vollmacht für einen Militäreinsatz im Nachbarland geben lassen. Er hatte am vergangenen Donnerstag die Hoffnung geäußert, von dieser Erlaubnis keinen Gebrauch machen zu müssen.

Quelle: n-tv.de, jog/AFP/dpa

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