Politik

"Gefangene oder eure Kinder" "Putins Koch" verteidigt Kriegseinsatz von Häftlingen

Sechs Monate Einsatz an der ukrainischen Front und danach die Freiheit - das verspricht der Chef der Wagner-Gruppe russischen Strafgefangenen. Ein Video zeigt Jewgeni Prigoschin mutmaßlich bei einer Rekrutierungsaktion. Gegenüber russischen Medien rechtfertigt der Unternehmer mit besten Kontakten in den Kreml das Vorgehen.

Der als Koch von Kremlchef Wladimir Putin bekannte russische Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin hat russischen Medien zufolge den Einsatz von Gefangenen im Angriffskrieg gegen die Ukraine verteidigt. Wer nicht wolle, dass in dem Konflikt private militärische Firmen und Gefangene eingesetzt würden, der solle seine eigenen Kinder an die Front schicken, berichteten russische Medien unter Berufung auf Prigoschins Pressedienst am Donnerstag. "Entweder private militärische Firmen und Gefangene oder eure Kinder - entscheidet selbst", meinte er.

Der 61-Jährige reagierte demnach als "Experte" auf die Veröffentlichung eines Videos, das ihn beim Anwerben von Gefangenen in einem Gefängnis zeigen soll. Prigoschins Unternehmen teilte der Staatsagentur Ria Nowosti zufolge mit, dass der Mann in dem Video dem Geschäftsmann "verdammt ähnlich" sei und ein guter Redner sei. Eine direkte Bestätigung des als echt geltenden Clips gab es aber nicht.

Prigoschin sagte, dass Straftäter durch den Kampfeinsatz ihre "Schuld gegenüber der Heimat" begleichen könnten. Der Unternehmer gilt als Financier der rechtsextremen russischen Söldnergruppe "Wagner", die international in Konfliktgebieten wie etwa in Syrien, in der Ukraine, in Mali und Libyen aktiv ist. Der Westen hat Prigoschin, der einst als Koch mit Putin Bekanntschaft geschlossen hatte, mit Sanktionen belegt. Die USA haben für seine Ergreifung eine Belohnung ausgesetzt.

In Russland kursieren seit Wochen Berichte, dass Prigoschin ohne Rechtsgrundlage Gefangene in Straflagern für den Krieg in der Ukraine anwerbe - wegen Personalmangels an der Front. In dem nun von dem Kremlgegner Alexej Nawalny und Medien verbreiteten Video verspricht der Prigoschin ähnliche Mann den Gefangenen eine Begnadigung und Freiheit nach sechs Monaten Kampfeinsatz in der Ukraine. Dabei betont er auch, dass nicht jeder überleben werde. Als Beispiel sagte er, dass von 40 in St. Petersburg angeworbenen Wiederholungstätern drei einen "Heldentod" gestorben seien.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen