Politik

Terror auf der Sinai-Halbinsel Radikale feuern Mörsergranaten

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Ägypten hat große Probleme, die Extremisten in den Griff zu bekommen.

(Foto: dpa)

Die Lage auf der Halbinsel Sinai spitzt sich zu. Erneut attackieren Islamisten ägyptische Sicherheitsbehörden. Die militanten Kämpfer schießen mit Panzerabwehrraketen und Mörsergranaten von nahegelegenen Gebäuden auf das Hauptquartier. Es soll Verletzte geben.

Der Terror in der arabischen Welt reißt nicht ab: In Ägypten haben Bewaffnete das Hauptquartier der Sicherheitskräfte im Nord-Sinai mit Panzerabwehrraketen und Mörsergranaten angegriffen. Wie die Deutsche-Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr, handelte es sich dabei um einen Racheakt für die Militäraktionen gegen militante Islamisten in den vergangenen Wochen auf der Halbinsel.

Nach Angaben von Augenzeugen kam es anschließend zu einem mehr als einstündigen Schusswechsel zwischen den Angreifern und Sicherheitskräften, die vom Dach ihres Stützpunkts aus feuerten.

Dabei wurden nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Spiegel" drei Wehrpflichtige verletzt. Den Angaben zufolge feuerten die militanten Kämpfer von nahegelegenen Gebäuden Mörsergranaten auf den Posten der Ägypter. Das Magazin beruft sich dabei auf einen nicht namentlich genannten Vertreter der Sicherheitsbehörden.

Die Islamisten setzten dabei offenbar auch Maschinengewehre ein. In den Straßen um das Hauptquartier werde noch gekämpft, heißt es weiter. Immer noch seien Maschinengewehre zu hören.

Anfang August waren bereits Dutzende Polizisten getötet worden. Bewaffnete Kämpfer hatten mehrere Sinai-Kontrollposten von Armee und Polizei angegriffen. Die ägyptische Armee verstärkte daraufhin seine Militärpräsenz. Bei den Militäreinsätzen wurden inzwischen mehr als 30 militante Kämpfer getötet.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak im vorigen Jahr klagt Israel über laxe ägyptische Sicherheitsvorkehrungen auf der seit dem Friedensvertrag entmilitarisierten Sinai-Halbinsel. Dort hat die Aktivität von islamistischen Gruppen seit dem Beginn des Volksaufstands im Januar 2011 zugenommen.

Keine Flüge nach Kairo

Die israelische Fluggesellschaft El Al kündigte derweil laut einem Medienbericht an, erstmals seit dem Friedensabkommen aus dem Jahr 1979 nicht mehr die ägyptische Hauptstadt Kairo anzufliegen. Die Zeitung "Maariv" zitierte aus einem Schreiben von El-Al-Chef Elieser Schkedi an das Außenministerium, dass die Verbindung wegen der hohen Kosten für die Sicherheitsvorkehrungen "umgehend" eingestellt werde. Seit dem Jahr 1979 flog El Al einmal pro Woche von Tel Aviv nach Kairo. Das Außenministerium bestätigte zunächst nur den Eingang des Briefs.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa/AFP

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