Politik

Verletzte und ein Toter Raketen treffen Urlauberzentren

Bis zu acht Geschosse schlagen in den Touristenstädten Eilat und Akaba im Süden Israels und Jordaniens ein. Dabei stirbt ein Mensch, sechs weitere werden verletzt. Die israelische Polizei nimmt an, dass die Raketen von militanten Gruppen auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel abgefeuert wurden. Ägypten weist dies von sich.

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Eines der Geschosse traf ein Auto im Hotelbezirk von Akaba.

(Foto: dpa)

Die benachbarten Touristenhochburgen Eilat und Akaba im Süden Israels und Jordaniens sind mit bis zu acht Raketen beschossen worden. Sechs Jordanier, darunter Taxifahrer, ein Touristenpolizist, Arbeiter und zwei Sicherheitsleute des Intercontinental-Hotels in Akaba wurden verletzt. Ein Jordanier erlag seinen Verletzungen. Nach Angaben des israelischen Rundfunks schlug zudem eine Rakete auf ägyptischem Territorium am Strand von Taba ein.

Es handelt sich nach Einschätzungen israelischer Sicherheitskreise um "Grad"-Raketen iranischer Bauart. Diese Raketen haben eine Reichweite von 20 Kilometern und tragen 6 Kilo Sprengstoff ins Ziel. Während mehrere Raketen in einem freien Gelände nördlich der israelischen Stadt Eilat einschlugen, explodierten zwei Raketen auf der Straße vor dem Intercontinental Hotel in Akaba. Zwei Taxis brannten aus.

Die Raketen wurden nach Angaben der israelischen Polizei mit großer Wahrscheinlichkeit von ägyptischem Territorium aus abgeschossen. Die ägyptische Grenze liegt direkt südlich von Eilat. Auch nach jordanischen Augenzeugenberichten kamen die Raketen aus Richtung Ägypten. Ägyptische Sicherheitskreise dementierten, dass die Raketen vom Sinai aus abgeschossen wurden. "Das ist unmöglich, weil ägyptische Grenzpolizei massiv in der Gegend präsent ist", sagte ein Sicherheitsbeamter.

"An jeder Straßenecke stehen jetzt jordanische Soldaten und Polizisten", erzählt Samo Samorai, der Koordinator gemeinsamer Projekte von Eilat in der jordanischen Stadt Akaba. Er habe die Verletzten im Krankenhaus besucht. "Sie haben teilweise Splitter am ganzen Körper, wegen der Metallkugeln, die dem Sprengstoff beigemischt worden sind, um die tödliche Wirkung der Raketen zu erhöhen." Solche mit Kugeln bestückte Raketen hatte die Hisbollah im Libanonkrieg 2006 auf israelische Städte wie Haifa abgeschossen. Sie haben die Wirkung von . Samorai hat auch die Reste einer der im Straßenbelag vor dem Hotel steckenden Rakete gesehen: "Die sah wie eine 122 Millimeter aus", sagte er und meinte die ursprünglich in Russland erfundenen "Stalinorgeln", die bis heute im Iran und anderswo konstruiert werden.

Israel verdächtigt "internationalen Dschihad"

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Ein israelischer Soldat sucht nach den Überresten der Raketen.

(Foto: AP)

Die Israelis vermuten, dass der "internationale Dschihad" hinter dem Raketenangriff steckt. "Wir müssen herausfinden, wer genau dahinter steckt, um dessen Motivation zu verstehen", erklärte Amos Gilad, Leiter der politischen Abteilung des israelischen Verteidigungsministeriums. Er warnte vor pauschalen Verdächtigungen und bestätigte, dass Ägypten "aus eigenem Interesse" gegen Terrorkader auf der Sinaihalbinsel vorgehe. In der Vergangenheit gab es mehrere tödliche Terroranschläge auf Sinai, so gegen das bei Israelis beliebte Hotel in Taba, in Scharm A Scheich und anderswo.

Trotz des ägyptischen Dementis sucht die ägyptische Polizei nach den Abschussrampen und den Tätern. Auch in Jordanien wird gemeinsam mit israelischen Sicherheitskräften nach möglichen Abschussrampen gesucht.

In der Vergangenheit kam es vereinzelt zu Raketenangriffen im Vierländereck Saudi Arabien, Jordanien, Israel und Ägypten am Nordende des Roten Meeres. Einmal galten die Raketen amerikanischen Kriegschiffen im Hafen von Akaba. So lange nicht klar ist, welche Gruppe die Raketen abgeschossen hat, lässt sich nicht feststellen, ob sie Jordanien oder Israel gegolten haben und mit welcher politischer oder terroristischer Absicht.

Berlin verurteilt Angriff

Die Bundesregierung verurteilte den Angriff. Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans rief in Berlin zugleich zu Verhandlungen über eine tragfähige Friedenslösung für den Nahen Osten auf. Niemand solle sich von "Provokationen radikaler Kräfte" beirren lassen.

Quelle: ntv.de