Politik

Kämpfe im Osten der Ukraine Rebellen stürmen Kaserne bei Lugansk

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Ein prorussischer Kämpfer auf einem Radpanzer in Donezk.

(Foto: REUTERS)

Nach dem Abschuss eines Armee-Hubschraubers im Osten der Ukraine werden weitere Kämpfe gemeldet. Prorussische Kräfte versuchen in der Nähe von Lugansk eine Kaserne zu stürmen.

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Ein Radlader räumt in Donezk eine Barrikade der Gegner der prorussischen Kräfte weg.

(Foto: REUTERS)

Der Osten der Ukraine wird von neuen schweren Kämpfen erschüttert. Behörden in Kiew teilten mit, dass in Alexandrowka im Gebiet Lugansk Bewaffnete mit Lastwagen, Maschinengewehren und Granatwerfern versuchten, eine Kaserne der Nationalgarde zu stürmen.

Bei den Kämpfen sei auch ein Munitionslager explodiert, teilte die Regierung mit. In der von prorussischen Separatisten kontrollierten Millionenstadt Donezk gingen nun Schwerbewaffnete gegen Plünderer vor. Sie begannen auch, die Barrikaden vor der Gebietsverwaltung zu räumen. Dort soll die von Kiew nicht anerkannte "Volksrepublik Donezk" ihre Arbeit beginnen.

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Schwarzer Rauch über dem abgeschossenen Hubschrauber nahe Slawjansk.

(Foto: AP)

Prorussische Separatisten hatten zuvor im Osten der Ukraine einen Armeehubschrauber abgeschossen und dabei nach offiziellen Angaben 14 Soldaten getötet. Unter den Opfern sei auch General Wolodymyr Kultschyzki, teilte die Präsidentschaft in Kiew mit. Die Aufständischen kündigten unterdessen die Freilassung von vier OSZE-Beobachtern an, die sie in ihre Gewalt gebracht hatten.

"Ich habe gerade die Information erhalten, dass die Terroristen nahe Slawjansk unseren Hubschrauber abgeschossen haben", sagte Übergangspräsident Alexander Turtschinow bei einer Rede im Parlament. Der Angriff sei mit einer tragbaren Boden-Luft-Waffe aus Russland verübt worden. Turtschinow äußerte sich dennoch überzeugt, dass die Armee ihren Kampf "gegen die Terroristen zu Ende führen wird und die von Russland finanzierten Kriminellen entweder eliminiert oder auf der Anklagebank landen werden".

Ponomarjow brüstet sich mit OSZE-Geiseln

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Ponomarjow kam praktisch aus dem Nichts. Jetzt nennt er sich Bürgermeister von Slawjansk und nutzt seine neue Macht aus. Mit Hilfe waffenstarrender Untergebener.

(Foto: AP)

Am Donnerstag wurde außerdem bekannt, dass sich die vier seit Wochenanfang in der Ukraine verschollenen Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in den Händen der Separatisten befinden. Dem unbewaffneten Team sei von Reisen in der Konfliktregion abgeraten worden, "aber diese Vier stellten sich als sehr wagemutig heraus", sagte der Separatistenführer und selbsternannte Bürgermeister der ostukrainischen Rebellenhochburg Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, der Nachrichtenagentur Interfax.

Nach der Festnahme würden seine Gefolgsleute nun "klären, wer sie sind, wohin sie gingen und warum, und werden sie dann freilassen". Ponomarjow deutete an, dass die OSZE-Beobachter in Spionage-Aktivitäten verwickelt sein könnten. Ihnen allen "geht es gut", versicherte er laut Interfax jedoch. Schon im April hatten die Separatisten mehrere Militärbeobachter der Organisation vorübergehend festgenommen.

Aus OSZE-Kreisen hieß es, bei dem nun festgesetzten Team handele sich um drei Männer und eine Frau, über deren Freilassung seit geraumer Zeit verhandelt werde. Zwischenzeitlich hätten sie sich offenbar in der Gewalt russischer Kosaken befunden, welche die Aufständischen in der Region Lugansk unterstützen.

Entwarnung für elfköpfige OSZE-Gruppe

Im Fall einer zweiten Beobachtergruppe im Osten der Ukraine, deren Verschleppung befürchtet worden war, gab die OSZE zwischenzeitlich Entwarnung. Die elfköpfige Beobachtergruppe sei zu ihrer Basis in der Millionenstadt Donezk zurückgekehrt, teilte die Organisation mit. Der OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter verurteilte die Festnahmen als "Akte von Sabotage" der internationalen Anstrengungen, der Ukraine bei der Bewältigung der schwersten Krise zu helfen.

In Kiew betonte der kommissarische Staatschef Alexander Turtschinow, dass der Milliardär Petro Poroschenko die Präsidentenwahl am 25. Mai mit 54,7 Prozent der Stimmen gewonnen habe. Die Stimmzettel seien "faktisch" zu 100 Prozent ausgezählt. "Danke für das Vertrauen", schrieb Poroschenko auf Facebook.

Quelle: ntv.de, vpe/dsi/jve/AFP/dpa

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