Politik

Geheimnisse über Waffenexport Russland will Nato-Spion gefasst haben

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Iwan Safronow wird medienwirksam hinter Gitter gebracht.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Ein russischer Journalist berichtet über eine Kampfjet-Lieferung an Ägypten. Das Problem dabei: Er ist gleichzeitig Berater der Raumfahrtbehörde und soll in seinem Artikel Staatsgeheimnisse preisgegeben haben. Moskau sieht in ihm einen Spion für die Nato.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat einen prominenten Berater der Raumfahrtbehörde Roskosmos wegen Hochverrats festgenommen. Der 30-jährige Iwan Safronow habe für die Nato Informationen gesammelt und diese auch übergeben, teilte der FSB in Moskau mit.

Dabei habe es sich um Staatsgeheimnisse zur militär-technischen Kooperation, Verteidigung und nationalen Sicherheit Russlands gehandelt. Der Geheimdienst veröffentlichte ein Video von der Festnahme. Safronow wies die Vorwürfe bei einer Vernehmung zurück, wie die Agentur Interfax meldete.

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Safronow in Handschellen, umhüllt von Journalisten.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Nach einer Mitteilung von Roskosmos steht die Festnahme nicht im Zusammenhang mit Safronows Arbeit bei der Behörde, wo er den Chef Dmitri Rogosin berät und für Kommunikationsaufgaben zuständig ist. Er war im Mai zu Roskosmos gewechselt und habe keinen Zugang zu Staatsgeheimnissen gehabt. Safronow ist ein bekannter Journalist in Russland, der auch bei der Zeitung "Kommersant" gearbeitet und dort unter anderem über militärische Angelegenheiten berichtete hatte.

Safronows Vater starb unter mysteriösen Umständen

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge, dass die Festnahme nicht im Zusammenhang mit Safronows früherer journalistischen Arbeit stehe. Details seien dem Kreml aber nicht bekannt. Auch Präsident Wladimir Putin sei nicht informiert worden, sagte Peskow. Er gehe davon aus, dass die Spionageabwehr Russlands Qualitätsarbeit abliefere.

Aus Solidarität mit dem angesehenen ehemaligen Journalisten versammelten sich zahlreiche Menschen vor dem FSB-Hauptgebäude in Moskau. Bei den Mahnwachen sollen nach Berichten mehr als 20 Menschen festgenommen worden sein, darunter auch die bekannte Moderatorin und ehemalige Präsidentschaftskandidatin Xenia Sobtschak.

Safronow soll Medien zufolge einen Bericht im "Kommersant" über russische Waffenexporte geschrieben haben, der Geheimnisse beinhaltet haben könnte. In einem Artikel sei es um Lieferungen von Kampfjets an Ägypten gegangen. Der Beitrag wurde von der Internetseite gelöscht. Die Redaktion solidarisierte sich mit Safronow und nannte ihn einen "echten Patrioten", der stolz über das Militär und die Raumfahrt Russlands geschrieben habe.

Die Menschenrechtlerin Olga Romanowa sagte, für die Veröffentlichung mutmaßlicher geheimer Informationen dürfe nicht der Journalist bestraft werden, verantwortlich sei die Quelle. Safronows Vater war ebenfalls "Kommersant"-Korrespondent, der über militärische Belange schrieb. Er kam 2007 unter mysteriösen Umständen bei einem Fenstersturz ums Leben.

Quelle: ntv.de, mba/AFP