Politik

Nach Alkohol-Beichte Schockenhoff macht Therapie

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Schockenhoff zieht Konsequenzen aus seiner Unfallfahrt und Alkoholbeichte: Er begibt sich in eine Therapie und legt sein Amt als Vorsitzender des Bezirksverbandes Württemberg-Hohenzollern ab. Suchtexperten würdigen sein Bekenntnis als "sehr mutig".

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Andreas Schockenhoff sucht ärztliche Hilfe.

(Foto: dpa)

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Schockenhoff gibt im Herbst sein Amt als Vorsitzender des Bezirksverbandes Württemberg-Hohenzollern ab. Der 54-Jährige, der auch stellvertretender Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion ist, werde für mehrere Wochen eine berufliche Auszeit nehmen und eine Therapie machen, sagte ein CDU-Sprecher.

Schockenhoff ist nach eigenen Worten Schockenhoff: Bin alkoholkrank . Am vergangenen Samstag hatte er nach einem Musikfest in seinem Wahlkreis beim Ausparken ein anderes Auto angefahren.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Unfallflucht und Trunkenheit im Verkehr. Die förmlichen Ermittlungen konnten eingeleitet werden, weil der Bundestag nicht innerhalb der vorgeschriebenen 48 Stunden mit Verweis auf Schockenhoffs Immunität widersprochen hatte.

"Noch immer Tabuthema"

Suchtexperten hatten am Freitag das Bekenntnis des CDU-Bundestagsabgeordneten Andreas Schockenhoff zu seiner Alkoholkrankheit grundsätzlich positiv bewertet. Die Äußerungen des CDU-Politikers seien "sehr mutig", sagte Gabriele Bartsch von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Hamm.

Das Thema Alkohol sei sowohl privat als auch am Arbeitsplatz "immer noch ein Tabuthema". Alkoholabhängigkeit habe aber nichts mit moralischen oder charakterlichen Problemen zu tun, betonte die stellvertretende DHS-Geschäftsführerin. Vielmehr handele es sich um eine Krankheit, die in allen sozialen Schichten vorkomme und für die es gute Chancen auf Bewältigung gebe.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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