Politik

G7-Gipfel in Elmau Sechs Gäste und ihr Verhältnis zu Merkel

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Auf Schloss Elmau werden die Staats- und Regierungschefs von sieben großen Industriestaaten zusammenkommen, um sich über globale Fragen auszutauschen.

(Foto: imago/blickwinkel)

Große Konflikte gibt es zwischen den großen sieben Industriestaaten nicht. Trotzdem hat Merkel zu einigen ihrer Gäste ein enges, zu anderen ein distanziertes Verhältnis. Ein Überblick.

Bundeskanzlerin Angela Merkel genießt bei den meisten Staats- und Regierungschefs der Welt hohes Ansehen. Nicht jeder mag sie, aber Merkel wird allgemein wegen ihrer Vermittlungsdiplomatie und Ausdauer geschätzt. Hier ein Überblick über das Verhältnis der deutschen Regierungschefin zu den sechs Partnern in der Gruppe von sieben großen Industrienationen:

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(Foto: AP)

US-Präsident Barack Obama: Mit ihm verbindet mit Merkel keine dicke Freundschaft, doch er braucht sie. Merkel ist seine vielleicht wichtigste Ansprechpartnerin in Europa - etwa bei den Problemen mit dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) oder beim Konflikt mit Russland wegen der Ukraine-Krise. Merkels Verhältnis zu Obama ist durch die Geheimdienstaffäre getrübt. Bis heute hat er der Kanzlerin nicht zugesichert, dass die USA deutsches Recht auf deutschem Boden einhalten. Dennoch sind die USA für Merkel Deutschlands wichtigster Partner außerhalb Europas.

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(Foto: dpa)

Frankreichs Staatspräsident Françoise Hollande: Aus der Gegnerin Merkel ist für Hollande die international wichtigste Mitspielerin geworden. Als Hollande noch im Wahlkampf war und soziale Wohltaten versprach, hatte die Christdemokratin dem Sozialisten vorausgesagt, dass die Finanzlage seines Landes das nicht hergeben werde. Vor allem seit dem Schulterschluss mit Merkel nach den Terroranschlägen in Paris und der Verhandlungsnacht von Minsk mit Russland über ein Friedensabkommen für die Ukraine beide eng zusammengerückt. Das ist wichtig, weil eine gut funktioniere deutsch-französische Partnerschaft in Europa bei der Lösung von Krisen oft der Motor ist.

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(Foto: AP)

Großbritanniens Premierminister David Cameron: Für Cameron ist Merkel der Schlüssel zu EU-Vertragsveränderungen, die er dringend braucht, um sein Land in der EU zu halten. Er hat den Bürgern ein Referendum darüber versprochen. Scheitert er an Brüssel, schließt er einen EU-Austritt nicht aus. London hofiert die Kanzlerin seit Monaten. Der von der Downing Street anberaumte Besuch von Queen Elizabeth in Deutschland im Sommer ist eine weitere britische Charme-Offensive. Merkel hat dem Konservativen Cameron überraschend eine Prüfung zugesichert: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg". Sie will das Land in der EU halten, um das ganze Bündnis zusammenzuhalten.

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(Foto: imago/Insidefoto)

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi: Merkel wird in Italien einerseits bewundert, andererseits für die Finanzmisere im eigenen Land mitverantwortlich gemacht. Renzi versucht, sich gegen die gefühlte deutsche Übermacht durchzusetzen. Seine Beziehung zu Merkel ist nicht eng, jedoch legt der Sozialdemokrat der Kanzlerin regelmäßig den Fortschritt seiner Reformen vor. Merkel hat in ihrer zehnjährigen Amtszeit mehrere italienische Ministerpräsidenten erlebt. Renzi ist nicht ihr wichtigster europäischer Partner, aber sie schätzt seine enormen Reformanstrengungen sehr.

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(Foto: REUTERS)

Kanadas Premierminister Stephen Harper: Kanada orientiert sich vor allem an den USA und mehr und mehr an Asien. In Europa ist Merkel für Harper nach London aber der wichtigste Ansprechpartner. Merkel ist vor dem G7-Gipfel für Absprachen auch zu Harper nach Kanada geflogen, obwohl der Besuch nur wenige Stunden dauerte. In jüngster Zeit verbindet sie am meisten die Debatte über ein Zuwanderungsgesetz. Das Modell in Kanada hält Merkels Koalitionspartner SPD für vorbildlich. Die Kanzlerin ist da zurückhaltender.

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(Foto: AP)

Japans Premierminister Shinzo Abē: Merkel ist für Abē unter anderem wegen ihrer Führungsrolle in der Russland-Krise eine der, wenn nicht die wichtigste Ansprechpartnerin in Europa. Die beiden haben aber kein enges Verhältnis. Abēs Finanzpolitik mit einer Notenbank- Geldschwemme, um die Wirtschaftslage wieder zu verbessern, ist Merkel nicht geheuer. Ihr Besuch im März in Tokio hat das Verständnis füreinander aber verbessert - trotz unterschiedlicher Einstellungen.

Quelle: ntv.de, che/dpa

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