Politik

Brüderle provoziert Schlagabtausch Seibert twittert gegen Beck

Nach den vermeintlichen Äußerungen von Wirtschaftsminister Brüderle über das Atom-Moratorium als Wahlkampfmanöver provoziert Grünen-Politiker Beck beim Kurznachrichtendienst Twitter ein Duell mit Regierungssprecher Seibert. Es kommt zu einem außergewöhnlichen Schlagabtausch unter den Augen der virtuellen Öffentlichkeit.

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Virtueller Schlagabtausch: Beck (links) hat Seibert erfolgreich provoziert.

(Foto: dpa)

Die angeblichen Aussagen von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle über das Atom-Moratorium als Wahlkampfmanöver haben beim Kurznachrichtendienst Twitter zu einem ungewöhnlichen Schlagabtausch geführt. Regierungssprecher Steffen Seibert und Grünen-Politiker Volker Beck lieferten sich einen kurzen heftigen Streit über den Kurswechsel der Regierung in der Atomkraft, der Dank Twitter für alle öffentlich nachvollziehbar war.

Seibert nutzt seit kurzem den Kurznachrichtendienst im Internet als direkten Kommunikationskanal. Während der Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel zum bevorstehenden EU-Gipfel in Brüssel schrieb er dort: "Kanzlerin fordert im Bundestag: EU sollte heute in Brüssel beschließen, keinerlei Öl aus Libyen mehr zu importieren". Kurz darauf antwortete der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion direkt aus der Sitzung: "Was sagen Sie eigentlich zu Brüderles atompolitischer Beichte? Alles nur Wahlkampf!" Seibert konterte: "Falsch. Bundesregierung nimmt unvorhersehbare Katastrophe in Japan ernst, AKW-Überprüfung hat nichts mit Wahlkampf zu tun." Darauf Beck: "Lügt Brüderle oder hat er beim BDI gar nicht gesagt, dass die vorübergehende AKW-Stilllegung nur Wahlkampf ist?"

"Sicherlich die Ausnahme"

Darauf wollte Seibert dann keine Antwort mehr geben. "Ich fand die Behauptung, die Reaktion der Bundesregierung auf Japan sei reiner Wahlkampf, einfach falsch. Deshalb wollte ich das nicht so stehen lassen", sagte er zu seiner ersten Reaktion auf Beck bei Twitter. Auf Becks letzte Antwort werde es keine Replik geben. Ein derartiger politischer Wortwechsel werde aber "sicherlich eher die Ausnahme bleiben".

Schade, werden sicherlich viele Nutzer denken. Zeigt der Schlagabtausch doch, welche Möglichkeiten die direkte Kommunikation bei Twitter bieten kann. Und auch Beck hofft noch auf eine Antwort. Ob der Regierungssprecher "nicht doch so sportlich ist, meine letzte Frage zu beantworten?", fragte und konnte sich seinen Spott nicht verkneifen: "Zugegeben die Frage ist schwierig, aber zu schaffen."

Die Kurznachrichten von Seibert und Beck werden im Internet jeweils von mehr als 10.000 Interessierten verfolgt. Die Zahl dürfte nun deutlich steigen.

Quelle: ntv.de, tis/dpa