Politik

Rebellenchef in Lugansk warnt OSZE Separatisten lassen Geiseln frei

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Mitglieder der "Wostok"-Brigade operieren im gesamten Separatistengebiet.

(Foto: REUTERS)

Seit Montag war der Kontakt zu ihnen abgebrochen, nun sind die vier von Separatisten verschleppten OSZE-Beobachter wieder auf freiem Fuß. Das zumindest behauptet Separatistenführer Tschmilenko und schickt eine Warnung hinterher.

Separatisten in der Ostukraine haben nach eigener Darstellung vier verschleppte OSZE-Beobachter wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie seien verwarnt worden, sich künftig nicht mehr ohne Voranmel dung auf dem Gebiet der selbst ernannten "Volksrepublik Lugansk" aufzuhalten, sagte Separatistenführer Alexej Tschmilenko der Agentur Interfax. Eine offizielle Bestätigung von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gibt es bislang nicht.

Zuvor hatte es unterschiedliche Angaben über den Verbleib der Geiseln gegeben. "Wir haben sie festgenommen", sagte der selbsternannte Bürgermeister der ostukrainischen Rebellenhochburg Slowjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow. "Wir werden klären, wer sie sind, wohin sie gingen und warum, und werden sie dann freilassen." Den Beobachtern gehe es gut, sagte Ponomarjow. Der estnische Diplomat Tiit Matsulevits berichtete hingegen, die Beobachter würden im Gebiet Lugansk festgehalten.

Die vermisste Gruppe, deren Mitglieder aus Dänemark, Estland, der Türkei und der Schweiz stammen, war nach OSZE-Angaben am Montagabend in der Region Donezk unterwegs gewesen, als der Kontakt zu ihnen abriss. Offenbar waren sie an einem Kontrollposten der Separatisten gestoppt worden.

"Diese vier besonders Eifrigen"

Separatistenführer Ponomarjow sagte, seine Leute hätten den OSZE-Beobachtern geraten, nicht in der Region herumzureisen. Doch es habe da "diese vier besonders Eifrigen" gegeben, die man dann festgenommen habe.

Die Beobachtermission ist mit insgesamt 210 Einsatzkräften in der Ukraine vertreten, um die verworrene Lage zur klären. Für internationale Beobachter wird die Lage in Teilen der Ostukraine zunehmend gefährlich. Am Mittwoch hatte die OSZE vorübergehend den Kontakt zu einer weiteren Gruppe verloren. Das elfköpfige Team war auf dem Weg in die Großstadt Dnjepropetrowsk rund 250 Kilometer westlich von Donezk an einem Kontrollposten vorrübergehend gestoppt und festgehalten worden. Später konnten die Beobachter jedoch nach Donezk zurückkehren.

Derweil vermeldet die ukrainische Übergangsregierung erneut Erfolge im Kampf gegen die prorussischen Separatisten. Die Regierungstruppen hätten die Milizen "vollständig" aus Teilen der Ostukraine vertrieben, sagte Verteidigungsminister Michail Kowal vor Journalisten. Teile der Region Donezk sowie der Norden der Region Lugansk seien unter der Kontrolle der ukrainischen Armee, sagte Kowal. Seinen Angaben zufolge wurden seit Beginn der Militäroffensive Mitte April mehr als 20 ukrainische Soldaten getötet.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa