Politik

Waggons in Nationalfarben Serbien ärgert Kosovo mit Propagandazug

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Dezent geht anders: "Kosovo ist Serbien" stand auf dem ersten Zug, der nach 18-jähriger Unterbrechung die serbisch-kosovarische Grenze überqueren sollte.

(Foto: imago/Pixsell)

Seit Beginn des Kosovo-Krieges vor mehr als 18 Jahren gibt es keine direkte Zugverbindung mehr zwischen den zwei Balkanstaaten. Eigentlich sollte die Wiederaufnahme des Verkehrs die Beziehungen normalisieren - das geht allerdings gewaltig in die Hose.

Nach 18-jähriger Unterbrechung wollte Serbien am Samstag den Zugverkehr in das Kosovo wiederaufnehmen - mit einem Propagandazug in den serbischen Nationalfarben. Nach heftigen Reaktionen des Nachbarn stoppte der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic jedoch kurz vor der Grenze die Weiterfahrt. Er habe gewaltsame Auseinandersetzungen verhindern wollen, sagte Vucic in Belgrad. Er warf Pristina vor, Polizeikräfte an die Grenze entsandt zu haben, um einen "weitreichenden Konflikt zu provozieren".

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Welcher Anblick die Mitreisenden wohl stärker fesselte?

(Foto: imago/Pixsell)

Der Zug mit der Aufschrift "Kosovo ist Serbien" in mehreren Sprachen war am Morgen vom Hauptbahnhof in Belgrad gestartet. Er sollte nach Kosovska Mitrovica im vorwiegend von Serben bewohnten Norden des Kosovo fahren. Im Inneren des Zuges waren Repliken von Ikonen aus serbisch-orthodoxen Klöstern im Kosovo abgebildet.

Das mehrheitlich von ethnischen Albanern bewohnte Kosovo hatte sich im Jahr 2008 einseitig für unabhängig von Serbien erklärt. Die serbische Regierung und die Kosovo-Serben erkennen die Unabhängigkeit jedoch nach wie vor nicht an. Kosovo-Präsident Hashim Taci rief die serbische Führung auf, den Zug zu stoppen. Dieser bedrohe die Souveränität des Kosovo.

Zugstopp kurz vor der Grenze

Pristina bat auch die EU, einzugreifen. Es handele sich bei der Wiederaufnahme des Zugverkehrs um eine Einmischung, "die unsere Souveränität bedroht und beweist, dass Serbien das Kosovo destabilisieren will", erklärte die kosovarische Beauftragte für Verhandlungen mit Serbien, Edita Tahiri. Der serbische Minister für das Kosovo, Marko Djuric, wies die Vorwürfe zurück und hielt dem entgegen, es gebe ja auch zahlreiche Busverbindungen zwischen Serbien und dem Kosovo.

Auf der kosovarischen Seite der Grenze warteten unterdessen Dutzende Mitglieder einer Sondereinheit der Polizei auf den Zug-Konvoi. Daraufhin endete dessen Fahrt in Raska, dem letzten serbischen Ort vor der Grenze. Vucic warnte, Serbien wolle zwar den Frieden, werde es aber nicht zulassen, wenn Albaner im Kosovo die serbische Minderheit angriffen.

Die zu mehr als 90 Prozent von ethnischen Albanern bewohnte ehemalige serbische Provinz war nach dem Kosovo-Krieg der Jahre 1998 und 1999, bei dem 13.000 Menschen starben, unter internationale Verwaltung gestellt worden.

Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Pristina und Belgrad ist Voraussetzung für den von Serbien angestrebten Beitritt zur Europäischen Union. Auch das Kosovo strebt die Aufnahme in die EU an. Das 1,8-Millionen-Einwohner-Land wird von mehr als hundert Staaten anerkannt, darunter die meisten EU-Länder und die USA.

Quelle: ntv.de, jve/AFP