Politik

Zwei Asylanträge werden bewilligt Snowden kann wählen

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(Foto: REUTERS)

Als erstes Land erklärt sich Nicaragua bereit, dem Geheimisverräter Edward Snowden Asyl zu gewähren. Er würde "mit Freuden" aufgenommen, "wenn die Umstände es erlauben", erklärt Präsident Ortega. Auch Venezuela ist offen. Präsident Maduro sagt, Snowden könne so der "imperialistischen Verfolgung Nordamerikas" entgehen.

Nicaragua hat sich bereit erklärt, dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden politisches Asyl zu gewähren. "Wenn es die Umstände zulassen, nehmen wir Snowden gerne auf und gewähren ihm Asyl hier in Nicaragua", sagte Präsident Daniel Ortega. Der Asylantrag Snowdens sei bei der Botschaft Nicaraguas in Moskau eingegangen, fügte Ortega bei einer öffentlichen Veranstaltung hinzu.

Kurz darauf bot auch der venezolanische Präsident Nicolas Maduro Snowden Asyl an. "Als Staats- und Regierungschef der Bolivarianischen Republik von Venezuela habe ich mich entschieden, dem jungen Amerikaner Edward Snowden humanitäres Asyl anzubieten", sagte der Sozialist bei einer Militärparade. "Er soll in das Vaterland von Bolívar und Chávez kommen und frei von der imperialistischen Verfolgung Nordamerikas leben können."

Geheime Asylanträge

Snowden hatte nach Angaben der Enthüllungsplattform Wikileaks in 27 Ländern, darunter in Deutschland, einen Asylantrag gestellt. Auch Deutschland wollte ihn nicht aufnehmen. Snowden wird von den USA wegen Spionage per Haftbefehl gesucht. Er hatte Ausspähprogramme von Geheimdiensten in den USA und Großbritannien publik gemacht. Der 30-Jährige soll sich seit über einer Woche im Transitbereich des Moskauer Flughafens aufhalten.

In welchen Ländern sich Snowden um Asyl bewarb, wurde zuletzt nicht mehr bekannt gegeben. Wikileaks befürchtete Einflussnahmen durch die USA.

Islands Regierung schreckt vor Snowden zurück

Zuletzt war Snowden auch in Island abgeblitzt. Das Parlament, das Staatsbürgerschaften vergeben kann, ging in die Sommerpause, ohne sich mit seinem Antrag auf Einbürgerung zu beschäftigen. Es habe keine Mehrheit gegeben, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen, sagte die Oppositionsabgeordnete Birgitta Jonsdottir. "Wir konnten noch nicht einmal darüber abstimmen."

Die US-Justiz wirft Snowden Geheimnisverrat vor, weil er vertrauliche Informationen zu den Spähprogrammen der US-Geheimdienste an die Medien weitergegeben hatte. Der flüchtige IT-Spezialist soll sich seit dem 23. Juni im Transitbereich des Moskauer Flughafens aufhalten.

Quelle: ntv.de, AFP/rts

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