Politik

Pekinger Massaker vor 25 Jahren Soldaten schossen lachend auf Menschen

3iwb4115.jpg5411222985673700200.jpg

Shao Jiang hat das Massaker vom Tiananmen überlebt und protestiert heute in London für die Menschenrechte in seiner chinesischen Heimat.

(Foto: dpa)

Der 4. Juni 1989 ist ein dunkler Tag in der chinesischen Geschichte. Hunderte Menschen werden bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung in Peking getötet. Nun werden weitere erschütternde Details bekannt.

Zum 25. Jahrestag des Pekinger Massakers hat ein Großaufgebot der Polizei den Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen) in Peking abgesichert. Polizisten kontrollierten Ausweise und Taschen von Passanten. Auf dem Weg zum Tiananmen-Platz im Herzen der chinesischen Hauptstadt mussten Autos jeweils Polizeisperren passieren. In den umliegenden Gassen standen Busse, Polizeifahrzeuge, Krankenwagen und weitere Einsatzkräfte bereit.

Die Sicherheitskräfte sollen Zwischenfälle oder ein öffentliches Gedenken an die Opfer des brutalen Militäreinsatzes in der Nacht zum 4. Juni 1989 verhindern. Auf dem Tiananmen-Platz herrschte zwar weitgehend normales Treiben chinesischer Touristen, doch machte das Großaufgebot von Polizisten in Uniform und Zivil und der bereitstehenden, bewaffneten Sondereinsatzkräfte deutlich, dass dieser Mittwoch kein gewöhnlicher Tag in der 20-Millionen-Metropole war.

Ausländische Journalisten und Fernsehteams waren angewiesen worden, den Platz zu dieser "heiklen Zeit" zu meiden. Bei der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 waren einige Hundert Menschen ums Leben gekommen. Die genaue Zahl ist auch 25 Jahre danach nicht bekannt. Tausende wurden landesweit festgenommen. Einige Dutzend Teilnehmer an den Protesten wurden hingerichtet.

Brutales Vorgehen der Sicherheitskräfte

3iwb4042.jpg8395067845494177048.jpg

Menschen fliehen am 04. Juni 1989 vor einem in Brand gesetzten Panzer westlich des Tienanmen-Platzes.

(Foto: dpa)

Bei der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung haben chinesische Soldaten laut US-Dokumenten lachend wahllos auf die Demonstranten geschossen. Ein bislang geheimer US-Militärbericht wurde nun 25 Jahre nach den Ereignissen in der Nacht zum 4. Juni 1989 freigegeben und vom Nationalen Sicherheitsarchiv an der George Washington University veröffentlicht. Diese hatte die Freigabe juristisch erzwungen.

Der Bericht des US-Militärs zeigt das Chaos, das damals in China herrschte. Unter anderem wird eine nicht genannte Quelle zitiert, die das Geschehen von einem Hotelzimmer am Tiananmen-Platz aus beobachtete und von einem "brutalen" Vorgehen der Sicherheitskräfte sprach. Ziel sei es gewesen, der Demokratiebewegung möglichst große Verluste beizubringen.

Soldaten der 27. Armee, die nicht den Pekinger Dialekt sprachen und offensichtlich aus verschiedenen Provinzen eingezogen worden waren, "lachten und schossen wahllos auf Gruppen, denen sie begegneten", heißt es weiter. Noch vor der Offensive hätten Polizisten in Zivil in einem Restaurant Einzelpersonen festgenommen.

Das Dokument zeigt aber auch, dass die Informationen damals lückenhaft und teilweise falsch waren. So wurde in einem US-Geheimdiensttelegramm am Tag nach der Niederschlagung eine Quelle zitiert, wonach Chinas damaliger starker Mann Deng Xiaoping gestorben sei. In Wahrheit starb Deng erst 1997.

Quelle: ntv.de, wne/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.