Politik

Dritte Amtszeit soll die letzte sein Sommer plant Karriereende

Michael Sommer, DGB-Chef

Michael Sommer, noch DGB-Chef.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, will längstens bis 2014 sein Spitzenamt ausüben. "Die nächste Amtszeit wäre dann auch meine letzte. Ich bin jetzt 58 und ein entschiedener Gegner der Rente mit 67", sagte Sommer dem "Hamburger Abendblatt". Die Wahl der DGB-Führung steht beim DGB-Bundeskongress Mitte Mai an. Es wäre dann seine dritte Amtszeit. Sommer war erstmals 2002 an die Spitze des DGB gewählt worden.

Im Fall einer Wiederwahl wolle er "alles in meiner Kraft stehende tun, damit der DGB und seine Gewerkschaften weiterhin als das starke Sprachrohr der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wahrgenommen werden". Sein Ziel sei es, den jahrelangen Mitgliederschwund "so rasch wie möglich" zu stoppen. Dies ist bislang nicht gelungen.

1998 hatten die DGB-Gewerkschaften noch knapp 8,8 Millionen Mitglieder, Ende 2009 war deren Zahl bis auf 6,26 Millionen geschrumpft. Eine Versöhnung mit Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), mit dem sich Sommer über die Agenda 2010 entzweit hat, strebt er nicht an. "Ach, wissen Sie, Gerhard Schröder ist Geschichte."

Der DGB-Chef kritisierte die Regierungspläne zur Ausweitung von Kurzzeit-Jobs. "Mit ihrem Vorhaben, befristete Arbeitsverhältnisse zu erleichtern, leistet die Regierung der Prekarisierung von Arbeit weiter Vorschub." Die Deutschen bekämen auch deswegen so wenige Kinder, weil der soziale Schutz schlechter geworden sei. Auch eine konservative Regierung müsste daher nach den Worten Sommers "ein Interesse daran haben, Menschen Sicherheit zu geben und den Kündigungsschutz in Deutschland zu verbessern."

Rentner vor Abstieg

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnte unterdessen vor zunehmender Altersarmut. Zwar habe die Rentengarantie die über 20 Millionen Rentner in diesem Jahr noch vor einer Minusrunde bewahrt, "aber die finanziellen Einschnitte sind nur aufgeschoben", sagte Verbandspräsident Adolf Bauer der "Rheinpfalz am Sonntag". Es sei "von weiteren Nullrunden oder bestenfalls Minianpassungen auszugehen", sagte Bauer. So sei der soziale Abstieg der Rentner programmiert. Die diesjährige Nullrunde sei bereits die vierte in diesem Jahrzehnt.

Bauer verwies darauf, dass schon in den vergangenen Jahren die Kaufkraft der Ruheständler durch Nullrunden und steigender Beitragslast in der Kranken- und Pflegeversicherung massiv geschwächt worden sei. Allein von 2004 bis 2008 ergebe sich bei der Alterssicherung ein Werteverfall von mehr als zehn Prozent.

Quelle: n-tv.de, dpa

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