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Allen Szenarien zum Trotz Spahn bleibt im Team mit Laschet

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Bleiben ein Team: Jens Spahn (links) und Armin Laschet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im politischen Berlin kursiert seit einigen Tagen das Gedankenspiel, wonach Gesundheitsminister Spahn CDU-Vorsitzender und CSU-Chef Söder Kanzlerkandidat werden könnte. Damit würde Spahn seiner Team-Lösung mit Parteifreund Laschet zuwiderhandeln. Er stellt nun klar: Sein Wort hat Bestand.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will den Rufen von Parteifreunden nach einer eigenen Kandidatur für den CDU-Vorsitz offenbar nicht folgen. Es sei eine "bewusste Entscheidung" gewesen, dass er im Team die Kandidatur von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet unterstütze, und dies gelte "weiterhin", sagte Spahn im Deutschlandfunk.

Spahn mahnte seine Anhänger in der CDU vor Personaldebatten. Die Bürger wollten derzeit über die Gefahr einer zweiten Corona-Infektionswelle reden - "aber jetzt nicht monatelang über Personalfragen". Er bleibe dabei: "Herr Laschet und ich, wir haben entschieden, im Team ein Angebot an die Partei zu machen." Ihnen gehe es darum, dass "Zusammenhalt auch an der Spitze gelebt wird, als Team gelebt wird".

In den vergangenen Tagen hatten mehrere CDU-Abgeordnete den Gesundheitsminister aufgefordert, selbst zu kandidieren. Sie begründeten dies unter anderem damit, dass Spahn im Umgang mit der Corona-Pandemie eine gute Figur gemacht habe. Diskutiert wird dabei auch das Szenario, dass der 40-jährige Spahn zum CDU-Vorsitzenden gewählt wird, dass die Unionsparteien dann aber mit CSU-Chef Markus Söder als gemeinsamen Kanzlerkandidaten in die Bundestagswahl 2021 gehen.

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Eine solche Lösung würde auf Zuspruch bei den Wählern stoßen: Im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer bezeichneten 49 Prozent der Befragten ein solches Gespann als "gute Lösung". Unter Unionsanhängern sagten dies sogar zwei Drittel. Auch im Vergleich zu Kanzlerkandidaten anderer Parteien lag Söder in der Umfrage vorn: Ein Kanzlerkandidat Söder käme im Rennen gegen den SPD-Politiker Olaf Scholz und den Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck auf 41 Prozent Zustimmung. Auf Habeck entfielen 20 Prozent, auf Scholz 14 Prozent.

Argwöhnische Auftritte von Söder

Kritik an Söders Verhalten kam vom CDU-Mittelstandspolitiker Carsten Linnemann. Söder und die CSU müssten spätestens bis zum CDU-Parteitag Anfang Dezember "klarstellen, ob sie einen Kanzlerkandidaten ins Rennen schicken will", sagte der Fraktionsvize dem "Spiegel". "Ansonsten sind Unruhe und sogar Streit programmiert." CDU und CSU dürften sich jetzt nicht in Personaldebatten "verheddern".

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Auf die Frage nach einer Kanzlerkandidatur entgegnet Söder in der Regel lediglich, dass sein Platz in Bayern sei. Seine jüngsten Auftritte werden von manchen in der CDU aber so interpretiert, dass er durchaus Interesse an einer Kanzlerkandidatur habe.

Auf dem Stuttgarter Parteitag will die CDU im Dezember über die Nachfolge der Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer entscheiden. Offizielle Bewerber sind bisher NRW-Ministerpräsident Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen. Spahn unterstützt im Tandem mit Laschet dessen Kandidatur.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP