Politik

Empfehlung "in wenigen Tagen" Spahn drängt auf Astrazeneca für Ältere

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Gesundheitsminister Jens Spahn sprach sich ebenfalls dafür aus, die empfohlenen Intervalle zwischen Erst- und Zweitimpfung auszudehnen.

(Foto: dpa)

Bislang ist der Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland nur für unter 65-Jährige empfohlen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verweist nun auf neue Daten und fordert die Ständige Impfkommission auf, ihre Empfehlung auszuweiten.

Um die Geschwindigkeit bei den Corona-Impfungen zu beschleunigen, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn möglichst bald auch über 65-Jährige mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen lassen. "Aus England und Schottland liegen jetzt Daten vor, dass Astrazeneca bei den über 65-Jährigen sehr gut wirkt", sagte der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin". Er habe deshalb die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, die Empfehlung für das Vakzin auszuweiten, und gehe von einer Entscheidung "in wenigen Tagen" aus.

Bisher wird der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland - anders als in anderen Ländern - aufgrund der Stiko-Empfehlung nur für Menschen unter 65 verwendet. Die Stiko hatte dies mit mangelnden Daten für die Wirkung des Impfstoffs bei Älteren begründet.

Stiko will sich noch nicht festlegen

Die Stiko teilte kürzlich bereits mit, dass sie an einer Überarbeitung der Impfempfehlung sitze. Der Vorsitzende des Gremiums, Thomas Mertens, sagte allerdings am Dienstagabend im SWR, ob ein Einsatz des Astrazeneca-Produkts bei Älteren empfohlen werde, stehe noch nicht fest: "Die Frage der Altersempfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff ist jetzt Gegenstand intensivster Prüfung, aber das Ergebnis ist offen."

Mertens bestätigte, dass es zur Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs neue Studiendaten unter anderem aus Schottland und England gebe. Auf Basis dieser Daten werde die Kommission ihre Einschätzung abgeben. Wann damit zu rechnen sei, darauf wollte sich Mertens ebenfalls nicht festlegen: "Unsere Meinungsbildung ist im Prozess des Entstehens."

Minister: Impf-Intervalle ändern

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Spahn sprach sich am Mittwoch auch dafür aus, das empfohlene Intervall zwischen Erst- und Zweitimpfung beim Impfstoff von Biontech/Pfizer auf sechs Wochen und bei Astrazeneca auf zwölf Wochen auszudehnen. "Dann können wir mehr Erstimpfungen machen. Bei Astrazeneca ist dann sogar die Wirksamkeit besser", sagte der Minister.

Auch der SPD-Politiker Karl Lauterbach schlug kürzlich vor, die zweite Impf-Dosis erst am Ende des jeweils zugelassenen Spielraums zu verabreichen, um schneller mehr Menschen impfen zu können. Gemeinsam mit Wissenschaftlern von der Humboldt-Universität in Berlin und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung führte der Gesundheitsexperte dafür eine Simulationsrechnung durch. "Da kann man sehen, dass diese Strategie in der dritten Welle - je nach Szenario - zwischen 8000 und 14.000 Menschenleben retten würde", sagte Lauterbach dem "Spiegel".

Quelle: ntv.de, mbe/AFP/rts

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