Politik

Freigelassene OSZE-Geiseln Steinmeier dankt Putins Vermittler

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Bundesaußenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen brachten nach der Freilassung ihre "Erleichterung" zum Ausdruck.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mehr als eine Woche dauerte das Tauziehen um die OSZE-Geiseln in der Ostukraine - nun landen sie in Berlin. Die Bundesregierung zeigt sich erleichtert, ihr besonderer Dank gilt einem Russen.

Die Bundesregierung hat sich erleichtert über die Freilassung der in der Ukraine festgehaltenen Militärbeobachter der OSZE gezeigt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, er sei "froh und erleichtert". Die sieben Inspekteure, unter ihnen vier Deutsche, seien in der Obhut der OSZE und des deutschen Unterstützungsteams. Er sei "außerordentlich froh", dass auch die ukrainischen Begleiter der Militärbeobachter frei seien. Dem ersten Eindruck nach gehe es "allen den Umständen entsprechend gut", so der SPD-Politiker.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen äußerte sich ähnlich. Sie sei "ausgesprochen glücklich und sehr erleichtert", dass die Militärbeobachter "unversehrt" seien, sagte sie. Sie habe "Hochachtung" davor, wie das Team "diese schwierige Zeit" gemeistert habe. Die Männer seien "wohlbehalten, sie sammeln sich jetzt, sie können es nicht erwarten, ihre Familien wiederzusehen", sagte die CDU-Politikerin nach einem Telefongespräch mit dem Leiter der Gruppe, dem deutschen Oberst Axel Schneider.

Das Team landete in einer Bundeswehrmaschine in Berlin-Tegel und wurde auf dem militärischen Teil des Flughafens von ihren Angehörigen sowie von verschiedenen Politikern empfangen, darunter auch von der Leyen. In dem Bundeswehrflugzeug flogen auch die anderen Mitglieder der Gruppe mit; ein Pole, ein Tscheche und ein Däne.

Schwierige Verhandlungen

Steinmeier sagte, die Verhandlungen zur Freilassung der Männer seien "schwierig" gewesen und hätten "mehrfach auf der Kippe" gestanden. Er wolle sich "ganz herzlich für den persönlichen Einsatz von Wladimir Lukin" bedanken, sagte Steinmeier. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte seinen Unterhändler Lukin nach Slawjansk geschickt, um die Befreiung der vor acht Tagen festgenommenen Mitglieder der OSZE zu vermitteln.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte, Oberst Schneider habe in einem ersten Telefonat seine Dankbarkeit gegenüber Lukin geäußert, "durch dessen persönliches Engagement ein großer Beitrag zur Freilassung erbracht worden ist". Lukin habe hart daran gearbeitet, die Gruppe aus Slawjansk herauszubringen, sagte von der Leyen in einer gemeinsamen Stellungnahme mit Steinmeier.

Bislang hat der Westen Russland vorgeworfen, seinen Einfluss auf die Separatisten nicht zu nutzen, um auf eine Entspannung der Lage hinzuwirken. Ganz im Gegenteil heize Moskau mit einer martialischen Sprache und der Massierung von Truppen an der Grenze die Lage an.

Steinmeier appelliert an alle Seiten

Steinmeier rief angesichts der Ausschreitungen in Odessa mit mindestens 42 Toten alle Seiten zur Besonnenheit auf. Er hoffe, dass diese Tragödie ein Weckruf sei. "Es kann ein Moment kommen, an dem sich das alles nicht mehr stoppen lässt", warnte Steinmeier.

Kiew setzt derweil die Militärofffensive gegen die Aktivisten fort, es kam erneut zu Toten und Verletzten während der Auseinandersetzungen. "Wir werden nicht nachlassen", sagte der ukrainische Außenminister Arsen Awakow. Am Freitag starben Dutzende Menschen, als in Odessa ein von prorussischen Kräften besetztes Gebäude in Flammen aufging.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/rts/AFP

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