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Mittwoch, 07. Januar 2015

Attentat auf Satire-Redaktion: Stimmen zum Anschlag

Zwei vermummte Männer stürmen das Redaktionsbüro des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" und töten mindestens ein Dutzend Menschen. Ranghohe Personen - darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel - äußerten sich bereits zum Attentat.

Präsident Francois Hollande

Präsident Francois Hollande sagt am Anschlagsort, es handele sich ohne Zweifel um einen Terroranschlag. Es seien in den vergangenen Wochen bereits mehrere Anschläge vereitelt worden. Andere gefährdete Einrichtungen würden verstärkt geschützt.

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"Wir sind hier konfrontiert mit einem Akt außerordentlicher Barbarei, der hier verübt wurde", sagte er in einem Interview. "Eine Zeitschrift ist immer Ausdruck der Freiheit. Ein Anschlag gegen Journalisten, die immer zeigen wollten, dass sie in Frankreich frei arbeiten und handeln können um ihre Ideen zu verteidigen und die Freiheit genießen können, die die Republik schützt", führte er weiter aus.

"Wir müssen alles dafür tun, dass diese Taten sich nicht wiederholen. Wir haben außerdem die höchste Alarmstufe ausgelöst im Terrorismus-Abwehrplan", erklärte er außerdem. "Wir setzen alles daran, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, vor Gericht zu bringen und zu verurteilen. Frankreich steht unter enormen Schock, einem Schock durch ein terroristisches Attentat. Und darum handelt es sich", sagt Hollande.

"Wir müssen nun aber zeigen, dass wir ein einiges Land sind. Wir müssen geschlossen und entschlossen handeln und vor allem darauf achten, dass die nationale Einheit gewahrt bleibt", fügte er hinzu. In den letzten Wochen seien, so Hollande, bereits mehrere geplante Anschläge vereitelt worden.

Obama.
Obama.(Foto: imago/UPI Photo)

Präsident Barack Obama

Auch US-Präsident Barack Obama verurteilt den Anschlag. Es handele sich um eine abscheuliche Tat. Die USA hülfen Frankreich, die Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern dieser Terrorattacke und der Bevölkerung Frankreichs in dieser schwierigen Zeit", fügte der US-Präsident hinzu.

In einer schriftlichen Erklärung hieß es, Frankreich stehe "Schulter an Schulter mit den Vereinigten Staaten im Kampf gegen Terroristen, die unsere gemeinsame Sicherheit in der Welt gefährden" und Frankreich sei "der älteste Verbündete Amerikas".

Es handele sich um eine "feige, böse" Tat, sagte er. Die Terroristen hätten Angst vor der Meinungsfreiheit. Er fügte hinzu, dass sich ein solcher Anschlag überall auf der Welt ereignen könnte. Man müsse wachsam bleiben.

Außenminister John Kerry meinte in emotionalen Äußerungen, bei denen er streckenweise Französisch sprach, "kein Land weiß besser als Frankreich, dass die Freiheit einen Preis hat."

Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Josh Earnest, erklärte gegenüber CNN, die Franzosen seien immer "treue Verbündete" im Kampf gegen Extremisten des "Islamischen Staates" gewesen, und fügte hinzu: "Wir wissen, dass sie (die Franzosen) sich nicht von diesem Akt des Terrors einschüchtern lassen werden."

Präsident Wladimir Putin

Nach dem Anschlag auf eine Zeitung in Paris hat Russlands Präsident Wladimir Putin jede Art von Terrorismus verurteilt. Der Präsident drücke sein "tiefes Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer und auch für die Menschen von Paris und alle Franzosen" aus, sagte ein Kreml-Sprecher. "Moskau verurteilt scharf jede Form von Terrorismus."

Bundespräsident Joachim Gauck

Gauck hat mit Bestürzung auf den Terroranschlag mit zwölf Toten in Paris reagiert. In einem Kondolenzschreiben an den französischen Präsidenten François Hollande betonte Gauck: "Auch wenn so kurz nach dem Anschlag noch nicht alle Hintergründe der Tat geklärt sind, kann ich sie nur mit Nachdruck verurteilen. Es gibt nichts, was ein solches Verbrechen rechtfertigen könnte. Möge uns bewusst bleiben, dass wir uns unermüdlich für Freiheit, Menschenrechte und Demokratie einsetzen und sie schützen müssen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel

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Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erschüttert über den "niederträchtigen Anschlag" auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris. "Diese abscheuliche Tat ist nicht nur ein Angriff auf das Leben französischer Bürgerinnen und Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs", schrieb Merkel in einem Kondolenztelegramm an den französischen Präsidenten François Hollande. "Sie stellt auch einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit dar, ein Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur, der durch nichts zu rechtfertigen ist."

Deutschland stehe "in diesen schweren Stunden eng an der Seite unserer französischen Freunde", schreibtdie Kanzlerin weiter. Sie drückte in dem Telegramm dem französischen Präsidenten und seinen Landsleuten "die Anteilnahme der Menschen in Deutschland und mein ganz persönliches Mitgefühl" aus.

Steinmeier.
Steinmeier.(Foto: dpa)

Außenminister Frank-Walter Steinmeier

"Ein solcher Akt des Terrors im Herzen einer europäischen Metropole gegen Vertreter einer freien und kritischen Presse ist abscheulich", sagte Steinmeier zur "Bild"-Zeitung. "Das ist ein frontaler Angriff auf unsere europäischen Werte und die Freiheit unserer Gesellschaften, dem wir uns gemeinsam mit aller Kraft entgegenstellen müssen. Wir stehen in dieser schweren Stunde noch enger an der Seite unserer Freunde in Frankreich."

Premierminister David Cameron

Der britische Premierminister David Cameron hat den blutigen Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris als "barbarisch" verurteilt. Großbritannien stehe an der Seite seines Verbündeten gegen "jegliche Form von Terrorismus", erklärte Cameron im britischen Unterhaus. "Auch wenn die Details noch unbekannt sind, weiß ich, dass diese Kammer und dieses Land in ihrer Ablehnung von jeglicher Form von Terrorismus an der Seite des französischen Volkes stehen", betonte der Premierminister.

"Wir stehen voll und ganz für die freie Meinungsäußerung und die Demokratie", sagte Cameron weiter. In einer vorherigen Nachricht über den Kurznachrichtendienst Twitter hatte er den Anschlag mit zwölf Toten als "widerwärtig" verurteilt. Der britische Außenminister Philip Hammond zeigte sich "entsetzt" über die Tat.

Regierungsschef Matteo Renzi

Der italienische Regierungschef Matteo Renzi hat "Entsetzen und Bestürzung" geäußert. "Die Gewalt wird immer verlieren gegen die Freiheit und die Demokratie", schrieb der 39-Jährige auf Twitter. Renzi drückte Frankreichs Präsident François Hollande zudem seine "totale Nähe (...) in diesem schrecklichen Moment" aus.

Iranische Außenamtssprecherin Marsieh Afcham

Der Iran hat den Terroranschlag auf das islamkritische Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris verurteilt. Terroranschläge gegen unschuldige Menschen hätten nichts mit dem Islam zu tun und seien daher inakzeptabel, sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham in einer Presseerklärung. Gleichzeitig fügte sie jedoch hinzu, dass Beleidigung von Religion und religiösen Persönlichkeiten unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit genauso inakzeptabel sei.

Juncker.
Juncker.(Foto: picture alliance / dpa)

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker

Er sei "zutiefst schockiert über den brutalen und unmenschlichen Angriff", erklärte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel. Er sprach von einem "nicht hinnehmbaren Akt" und bezeichnete die Tat als "Barbarei". Juncker sicherte Frankreich die Solidarität der EU zu.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Frankreich hat die Nato ihren Willen zum Kampf gegen den Terrorismus bekräftigt. "Die Nato-Verbündeten halten im Kampf gegen Terrorismus zusammen", erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel. "Wir stehen in voller Solidarität bei unserem Verbündeten Frankreich." Terrorismus "in allen seinen Formen" könne "niemals toleriert oder gerechtfertigt werden".

SPD-Chef Sigmar Gabriel

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel hat den Terroranschlag in Paris als Attacke "gegen die Meinungsfreiheit in unserer offenen Gesellschaft" verurteilt. "Der Mord an 12 Menschen in den Redaktionsräumen einer Satirezeitung ist ein unglaublich brutales Verbrechen", teilte er mit. "Die Angehörigen der Opfer, aber auch alle Journalisten, Schriftsteller und Künstler, die sich für das freie Wort einsetzen, brauchen unsere volle Solidarität", betonte Gabriel.

Er unterstütze den französischen Präsidenten François Hollande und die Regierung Frankreichs beim Kampf gegen diesen fanatischen Gesinnungsterrorismus. "Wir werden auch in Deutschland mit aller politischen Kraft und allen Mitteln des Rechtsstaates die Freiheit verteidigen", so Gabriel. "Jeder hat das Recht zu kritisieren - auch und gerade mit den Mitteln der Satire. Einschüchterung und Angst lassen wir nicht zu."

Seehofer.
Seehofer.(Foto: dpa)

Ministerpräsident Horst Seehofer

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat sich erschüttert von dem Anschlag auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" gezeigt. "Das ist erschütternd. Man kann eine solche barbarische Tat nur verurteilen", sagte Seehofer am Rande der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth vor Journalisten. Eine nähere Bewertung sei so kurz nach der Tat nicht möglich, aber natürlich müsse überlegt werden, ob Konsequenzen gezogen werden müssten.

Der Zentralrat der Muslime

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, hat den Terroranschlag verurteilt. "Dieser abscheuliche Terroranschlag ist aufs Schärfste zu verurteilen", sagte Mazyek. "Wir sind erschüttert und schockiert über das Massaker, das an Zeitungsredakteuren, Satirezeichnern und anderen Menschen verübt wurde und wir trauern mit den Hinterbliebenen."

Es sei zu befürchten, dass der Anschlag "neues Wasser auf die Mühlen von Extremisten" gießen werde, sagte Mazyek weiter. "Wir rufen alle dazu auf, dem perfiden Plan der Extremisten nicht auf den Leim zu gehen." Deren Ziel sei es, die Gesellschaft zu spalten und Hass sowie Zwietracht zwischen den Religionen zu schüren.

Mazyek betonte, dass es "in keiner Religion und keiner Weltanschauung auch nur einen Bruchteil einer Rechtfertigung für solche Taten" gebe. Die Attentäter von Paris müssten "zur Strecke gebracht" und vor Gericht gestellt werden.

Der türkisch-islamische Verband Ditib

Der türkisch-islamische Verband Ditib verurteilt den Anschlag. Es handele sich um einen Angriff auf die Menschheit. "Dies ist niederträchtig und absolut inakzeptabel", erklärt die Organisation in Köln.

Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard

Der dänische Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard hat den Anschlag auf das islamkritische Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris "gruselig und schrecklich" genannt. Satire müsse immer einen Platz in einer demokratischen Gesellschaft finden können.

Der Zeichner Westergaard lebt seit dem weltweiten Streit um seine Mohammed-Karikaturen, die 2005 in der Zeitung "Jyllands-Posten" erschienen waren, unter Polizeischutz. Einen Mordanschlag in seinem Haus überlebte er knapp. Um seine eigene Sicherheit fürchtet Westergaard nach dem Anschlag in Paris nicht mehr als vorher. Dänemarks Geheimdienst PET sorge seit Jahren dafür, "dass ich ruhig und sicher leben kann. Ich bin mir sicher, dass ich das auch weiter tun kann", so Westergaard.

Papst Franziskus

Der Papst hat das "grausame Attentat" auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo" mit mindestens zwölf Toten in Paris entschieden verurteilt. Die Tat habe Tod gesät, die gesamte französische Gesellschaft in Trauer gestürzt und alle Menschen, die Frieden liebten, tief aufgewühlt, heißt es in einer Mitteilung des Vatikans."Was auch immer der Grund ist, tödliche Gewalt ist abscheulich und niemals zu rechtfertigen."

"Papst Franziskus nimmt im Gebet an den Leiden der Verletzen und der Familien der Verstorbenen teil und fordert alle dazu auf, sich mit jedem Mittel der Verbreitung des Hasses und jeder Form der Gewalt entgegenzustellen", erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi.

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Quelle: n-tv.de