Politik

Massendemo endet mit Randale und Festnahmen Streit um Homo-Ehe eskaliert

In Frankreich spaltet das Gesetz zur Gleichstellung homosexueller Paare seit Monaten die Gesellschaft. Für Mittwoch ist nun eine erste Trauung nach dem neuen Gesetz geplant. Die Lage ist brisant, die Gegner kämpfen erbittert - mit krassen Auswüchsen.

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(Foto: AP)

Eine Großdemonstration gegen die Homo-Ehe ist in Paris in schwere Ausschreitungen gemündet. 350 Menschen wurden festgenommen, 250 blieben längere Zeit im Gewahrsam. Laut dem Innenministerium trugen 34 Polizisten Verletzungen davon und auch ein Demonstrant und ein Journalist erlitten Blessuren.

Nach offizieller Darstellung gab es die meisten Festnahmen nach der Auflösung einer Kundgebung am Invalidendom im Zentrum der Stadt, wo sich Gegner der rechtlichen Gleichstellung homosexueller Paare stundenlange Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert hatten. Am kommenden Mittwoch soll Frankreichs erste Ehe homosexueller Partner in Montpellier geschlossen werden. Dort wollen zwei Männer heiraten.

Rechtsradikale fordern Hollandes Rücktritt

Nach Polizeiangaben hatten am Sonntag in Paris rund 150.000 Menschen überwiegend friedlich gegen das vor einer Woche in Kraft getretene Gesetz für gleichgeschlechtliche Partnerschaften protestiert. Die Veranstalter sprachen von einer Million Teilnehmern. Am Rande gab es bereits erste Zwischenfälle, als Rechtsradikale auf das Eingangstor der sozialistischen Partei kletterten und den Rücktritt von Präsident François Hollande forderten.

Nach Auflösung der Kundgebung am Invalidendom kam es dann am Abend zu heftigen Zusammenstößen von mehreren hundert Jugendlichen mit der Polizei. Protestierende, einige von ihnen vermummt, warfen Flaschen gegen Polizeiabsperrungen, zündeten Rauchbomben und Knallkörper. Mehr als 4500 Polizeibeamte waren im Einsatz.

Die Gegner der Homo-Ehe wollen erreichen, dass das umstrittene Gesetz zurückgenommen wird. "Es gibt ungerechte und illegitime Gesetze, wir setzen uns weiter dafür ein, dass die natürliche Ordnung wiederhergestellt wird", sagte ein Demonstrant. Innenminister Manuel Valls machte rechtsextreme Gruppen für die Gewalt verantwortlich. Bereits in den vergangenen Monaten waren zahlreiche Rechtsextreme bei den Demonstrationen gegen die Homoehe mitgelaufen und hatten anschließend randaliert.

Quelle: ntv.de, tle/dpa