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60 Rechte, 1500 Gegendemonstranten Thügida-Aufmarsch endet mit Verletzten

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Rund 60 Rechtsextreme nutzten ausgerechnet den Jahrestag der Pogromnacht für ihren Aufmarsch.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ausgerechnet am Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938 ziehen rund 60 Rechtsextreme durch die Jenaer Innenstadt. Mehr als 1500 Menschen stellen sich ihnen entgegen - unter ihnen sind leider auch gewaltbereite Gegendemonstranten.

Bei Demonstrationen gegen einen Aufmarsch von etwa 60 Rechtsextremen in Jena am Jahrestag der Pogromnacht von 1938 sind mindestens drei Polizisten verletzt worden. Ein Beamter sei am Mittwochabend von Gegendemonstranten mit einer Holzlatte angegriffen und mit Schlägen und Tritten traktiert worden, teilte die Polizei mit. Mehr als fünf Teilnehmer beider Seiten wurden vorläufig festgenommen. Die Einsatzkräfte sprachen von massiver Gewalt gegen die Beamten. Größere Ausschreitungen blieben anders als bei Kundgebungen in den vergangenen Monaten aber aus.

Laut Polizei gingen mehr als 1500 Menschen gegen den Aufmarsch des rechten Thügida-Bündnisses auf die Straße. Einige von ihnen versuchten zu Beginn eine Absperrung der Polizei zu durchbrechen. Die Beamten setzen nach eigenen Angaben Pfefferspray ein und drängten die Teilnehmer zurück. Ein Polizist sei dabei leicht verletzt worden.

500 Menschen bildeten abseits der Kundgebung an der evangelischen Stadtkirche laut den Organisatoren eine Lichterkette. Ein Aufeinandertreffen beider Seiten konnte verhindert werden.

Während des Zugs durch die Stadt versuchten Gegendemonstranten, mit einem Wasserschlauch und Wasserbomben die Fackeln zu löschen. Auf einem Transparent war zu lesen: "Auch mit Fackeln seid Ihr keine Leuchten." Anwohner stellten Teelichter auf. Andere beschallten die rechten Anhänger mit lautstarker Musik und Schlägen auf Töpfen. Über die Fahrbahn spannten sie ein Transparent, auf dem Stand "Tolles Gefühl - Laufen für Asyl". Dies rissen Anhänger von Thügida wenig später ab.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

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