Politik

"Es ist sehr traurig" Trump geht von Tod Khashoggis aus

Bereits am Wochenende äußerte sich US-Präsident Trump pessimistisch zum Schicksal des seit dem 2. Oktober spurlos verschwundenen saudischen Journalisten Khashoggi. Nun geht er vom Schlimmsten aus.

US-Präsident Donald Trump geht inzwischen verstärkt davon aus, dass der seit mehr als zwei Wochen vermisste saudische Journalist Jamal Khashoggi tot ist. "Es sieht sicherlich danach aus für mich", antwortete Trump vor seinem Abflug zu einem Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat Montana auf eine entsprechende Frage von Reportern. "Es ist sehr traurig", fügte er hinzu.

Trump hatte sich bereits am Samstag pessimistisch zum Schicksal des seit einem Besuch am 2. Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul verschwundenen Journalisten geäußert. Es sei "die erste Hoffnung" seiner Regierung gewesen, dass Khashoggi nicht getötet worden sei, "aber vielleicht sieht es nicht allzu gut aus", sagte er damals.

Trump hält sich zurück

Der US-Präsident überlässt es bislang der saudischen Führung, den Fall selbst zu untersuchen - obwohl der mächtige Kronprinz Mohammed bin Salman unter dem weitverbreiteten internationalen Verdacht steht, die Ermordung des regierungskritischen Journalisten angeordnet zu haben.

US-Außenminister Mike Pompeo sagte nach Rückkehr von Besuchen in Riad und Ankara, die saudische Führung habe ihm "eine vollständige, gründliche Ermittlung" zugesagt. Er habe deshalb Trump gesagt, dass "wir ihnen noch ein paar Tage geben sollten, um das abzuschließen".

Der Fall Khashoggi ist für Trump überaus delikat, da er für das Vorgehen gegen den Iran und für eine Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern auf enge Zusammenarbeit mit Riad setzt. Auch ist Saudi-Arabien ein massiver Abnehmer von US-Rüstungsgütern.

Auf die Reporterfrage nach möglichen Sanktionen gegen Riad wegen des Falls Khashoggi sagte der US-Präsident, die Reaktion müsse "sehr strikt" sein. Bei dem Fall handle es sich um eine "schlimme, schlimme Sache". Allerdings hatte sich Trump in den Vortagen gegen einen Stopp der US-Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien ausgesprochen. Diese brächten viel Geld ein und sicherten Jobs in den USA, sagte er.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/dpa