Politik

"Bald Handelsabkommen schließen" Trump und Johnson gehen auf Tuchfühlung

Beim G7-Gipfel trifft US-Präsident Trump erstmals Johnson in seiner neuen Rolle als britischer Premierminister - und ist überaus begeistert. Man werde rasch einen britisch-amerikanischen Handelsvertrag abschließen. Das freut auch Johnson. Doch nicht in allen Punkten sind sich die beiden so einig.

US-Präsident Donald Trump und der britische Premierminister Boris Johnson streben nach dem Brexit rasch einen britisch-amerikanischen Handelsvertrag an. "Wir werden bald ein Handelsabkommen abschließen können", sagte Trump am Rande des G7-Gipfels in Biarritz zum Auftakt seines Gesprächs mit Johnson. Man werde einen "sehr großen" Pakt, ein "fantastisches Handelsabkommen" abschließen.

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Bei dem Arbeitsfrühstück der beiden Politiker wurde deutlich: Trump und Johnson verstanden sich prächtig, immer wieder gab es vor laufenden Kameras Gelächter - auch auf Kosten von Johnsons Vorgängerin Theresa May. "Er ist der richtige Mann für den Job", sagte Trump über Johnson und den Brexit. "Ich habe das schon lange gesagt. Es hat Ihre Vorgängerin nicht sehr glücklich gemacht." Johnson hingegen werde ein "fantastischer Premierminister" sein.

Trump unterstützt den harten EU-Austrittskurs des britischen Premiers. Bereits vor dem G7-Gipfel hatte Trump mitteilen lassen, dass er dem Treffen mit dem neuen britischen Premier mit "großem Enthusiasmus" entgegensehe.

Johnson betonte ebenfalls: "Es gibt riesige Gelegenheiten für Großbritannien auf dem US-Markt." Er räumte allerdings ein: "Ich weiß, dass es noch einige schwierige Gespräche geben wird." Johnson sagte: "Ich habe großen Respekt vor US-Handelsgesprächen." Er freue sich auf "umfassende Gespräche darüber, wie wir unsere Beziehungen auf alle möglichen Arten weiterentwickeln können, besonders beim Handel".

Uneinigkeit bezüglich China

Zudem wurden Differenzen zwischen beiden Politikern deutlich: Trump verteidigte die neuen Strafzölle gegen China. Er erwarte keine negativen Marktreaktionen. Der Handelsstreit mit China helfe vielmehr beim Abschluss eines "sehr großen" Handelsabkommens mit Japan. Johnson betonte dagegen, dass er für Freihandel sei.  Das Vereinigte Königreich habe "in den vergangenen 200 Jahren massiv vom Freihandel profitiert". Großbritannien setze auf friedliche Handelsbeziehungen.

Johnson hatte die USA kurz vor dem Treffen zum Abbau von Handelsbeschränkungen für britische Produkte aufgefordert. Um das angestrebte Freihandelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien zu erreichen, müssen "unsere amerikanischen Freunde zu Kompromissen bereit sei", sagte der Premierminister am Vorabend.

Großbritannien hofft darauf, durch ein Freihandelsabkommen mit den USA den transatlantischen Warenaustausch zu erhöhen. Dies soll zum Teil den Wegfall europäischer Absatzmärkte durch den EU-Austritt kompensieren. Der Brexit soll auch in den weiteren Beratungen in Biarritz eine Rolle spielen. Für Mittag ist ein bilaterales Treffen von Johnson mit EU-Ratspräsident Donald Tusk geplant. Dabei dürfte der ungelöste Streit um die sogenannte Auffanglösung für Nordirland eine Rolle spielen, deretwegen Johnson den bereits ausgehandelten Austrittsvertrag mit der EU ablehnt.

Trump schimpft auf "Fake News" zu G7

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Vor allem kritische Worte fand der US-Präsident hingegen für die Berichterstattung der Medien. Trump schrieb auf Twitter, die "Fake News"-Medien hätten vorausgesagt, dass der Gipfel katastrophal werde, weil seine Beziehungen zu den Staats- und Regierungschefs der anderen sechs G7-Staaten angespannt seien. Diese Medien versuchten zudem, eine Rezession in den USA herbeizureden, um seine Wiederwahl 2020 zu verhindern. "Nun ja, wir haben sehr gute Treffen, die Anführer kommen sehr gut miteinander aus und unserem Land geht es wirtschaftlich großartig", schrieb Trump. Als "Fake News"-Medien verunglimpft Trump Medien, die kritisch über ihn berichten.

Am Samstag war Trump bereits mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zusammengekommen. "Das Mittagessen mit Emmanuel war das beste Treffen, das wir bislang hatten", schrieb Trump danach. Auch das Abendessen mit den Staats- und Regierungschefs sei sehr gut verlaufen. Frankreich und Macron hätten bislang einen großartigen Job bei dem "sehr wichtigen" Gipfel gemacht. Das Gipfeltreffen der wichtigen Industriestaaten in Biarritz dauert noch bis Montag an.

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Quelle: n-tv.de, aeh/rts/dpa/AFP

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