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Den Ölhahn dreht Trump PDVSA noch nicht zu. Doch die Sanktionen könnten den venezolanischen Staatskonzern finanziell empfindlich treffen.
Den Ölhahn dreht Trump PDVSA noch nicht zu. Doch die Sanktionen könnten den venezolanischen Staatskonzern finanziell empfindlich treffen.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 25. August 2017

USA wollen "Tyrannei" stoppen: Trump verhängt Sanktionen gegen Venezuela

Um Venezuelas Staatschef Maduro zu stoppen, hatte US-Präsident Trump schon mit militärischem Eingreifen gedroht. Davon ist keine Rede mehr. Dennoch ergreifen die USA nun Maßnahmen, die das südamerikanische Land empfindlich treffen könnten.

US-Präsident Donald Trump hat gegen Venezuela neue Sanktionen verhängt. Wie das Weiße Haus in Washington verkündete, solle damit die "Tyrannei" von Präsident Nicolas Maduro gestoppt werden.

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Per Dekret verabschiedete Trump Strafmaßnahmen, die vor allem bestimmte Finanzgeschäfte mit der Regierung in Caracas sowie mit dem staatlichen Ölkonzern PDVSA unterbinden. Auch Nikki Haley, US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen (UN), sprach von einem deutlichen Signal an Maduro. Die USA würden in Venezuela keine "Diktatur" tolerieren, sagte sie am UN-Sitz in New York.

Nach den jüngsten Sanktionen dürfen Firmen unter anderem keine neuen Anleihen und Aktien des venezolanischen Staates und des Ölkonzerns mehr kaufen. Ausgenommen sind dem Präsidialamt zufolge dagegen Geschäfte der PDVSA-Tochter Citgo in den USA, bestimmte Öl-Ex- und -Importe sowie die Finanzierung von Hilfslieferungen in das südamerikanische Land. Nach der Ankündigung stiegen die Renditen venezolanischer Bonds sowie PDVSA-Anleihen moderat.

Auf Worte folgen Taten

Donald Trump hatte schon militärische Schritte in Erwägung gezogen, um den Missständen in Venezuela Einhalt zu gebieten. Maduro hatte daraufhin die Streitkräfte seines Landes auf einen möglichen Angriff eingeschworen. "Das Militär wird alle Bedrohungen neutralisieren, die der Imperialismus uns entgegenschleudert", sagte der Staatschef bei einer Sitzung mit Offizieren. Für das Wochenende ist in dem südamerikanischen Land ein großes Militärmanöver geplant.

Venezuela steckt seit der Kongress-Wahl 2015, die die Opposition gewann, in einer politischen Krise. Der loyal zum sozialistischen Präsidenten stehende Oberste Gerichtshof hat bislang fast alle neuen Gesetze des Parlaments blockiert. Zuletzt hatte sich der Konflikt zwischen dem von der Opposition beherrschten Parlament und der neuen Verfassungsversammlung verschärft. Seit April sind mehr als 125 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitsbehörden getötet worden. Wegen einer schweren Rezession nehmen auch soziale Spannungen zu, Nahrungsmittel und Medikamente werden knapp.

Quelle: n-tv.de

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