Politik

Erster Besuch seit 2005? Trump will Putin ins Weiße Haus einladen

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Pflegen eine echte Männerfreundschaft: Donald Trump (l.) und Wladimir Putin

(Foto: AP)

Timing ist alles. Dass der US-Präsident nicht unbedingt das beste Gespür für den richtigen Moment hat, ist alles andere als neu - die Einladung an seinen russischen Kollegen kommt aber selbst für Trumpsche Maßstäbe zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.

Trotz anhaltender Kritik an seinem Gipfel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Helsinki will US-Präsident Donald Trump den Kremlchef im Herbst nach Washington einladen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, teilte am Donnerstag auf Twitter mit, Trump habe seinen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton mit der Einladung betraut. Es wäre Putins erster Besuch im Weißen Haus seit September 2005, als George W. Bush noch US-Präsident war.

Trump hatte zuvor auf Twitter Kritik an dem Gipfel mit Putin in Helsinki zurückgewiesen und geschrieben: "Ich freue mich auf unser zweites Treffen, damit wir damit beginnen können, einige der vielen diskutierten Themen umzusetzen." Trump steht wegen seiner Aussagen in Helsinki seit Tagen in den USA in der Kritik. Trump hatte in den Tagen nach dem Gipfel mit Putin am Montag in Helsinki mit widersprüchlichen Aussagen, Dementis und Klarstellungen viel Verwirrung gestiftet.

Im Zuge seines Zickzack-Kurses sagte Trump in einem Interview mit dem US-Sender CBS am Mittwoch, er habe Putin persönlich davor gewarnt, dass die USA Einmischungen in künftige US-Wahlen nicht tolerieren würden. "Ich habe ihn wissen lassen, dass wir das nicht dulden können." Auf die Frage, ob er Putin für die Einmischung bei der US-Wahl 2016 persönlich verantwortlich machen würde, antwortete er: "Das würde ich, weil er für das Land zuständig ist. Genauso, wie ich mich für verantwortlich halte für Dinge, die in diesem Land passieren."

"Fake-News-Medien wollen große Konfrontation sehen"

Zuvor hatte Trump sich sowohl bei der Pressekonferenz mit Putin in Helsinki als auch am Rande einer Kabinettssitzung in Washington anders geäußert, dies später aber entweder als Versprecher oder Falschberichterstattung bezeichnet. Trumps erste Äußerungen legten nahe, dass er Erkenntnisse der US-Geheimdienste anzweifelt. Diese halten es für erwiesen, dass Russland sich in die Präsidentenwahl von 2016 eingemischt hat. Putin bestritt dies am Montag in Helsinki. Trump nannte Putins Dementi "extrem stark und kraftvoll".

Nach einem Bericht der "New York Times" sind Trump bereits zwei Wochen vor dessen Amtseinführung im Januar 2017 streng vertrauliche Geheimdienstinformationen gezeigt worden, wonach Putin persönlich Cyber-Angriffe auf die US-Wahlen angeordnet haben soll. Diese Informationen sollen unter anderem von einer Quelle aus dem engsten Umfeld Putins stammen. Trump habe sich widerwillig überzeugt gezeigt, berichtete das Blatt.

Obwohl Trump in den vergangenen Tagen mit seinen widersprüchlichen Aussagen selbst die Kontroverse befeuert hatte, machte er am Donnerstag die Berichterstattung in einigen Medien dafür verantwortlich. Er warf ihnen dabei unter anderem Kriegstreiberei vor: "Die Fake-News-Medien wollen unbedingt eine große Konfrontation sehen, sogar eine Konfrontation, die zum Krieg führen könnte", schrieb er auf Twitter. Trump schien auch auf den Bericht in der "New York Times" angespielt zu haben. Die sogenannten Fake-News-Medien erfänden Geschichten, ohne dafür Quellen oder Beweise zu haben, twitterte Trump. "Viele Beiträge, die über mich oder die guten Leute um mich herum geschrieben werden, sind reine Fiktion."

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

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