Politik

Erst wütend, jetzt milde Trump zu seinen Wählern: "Ihr wart böse!"

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Zu Weihnachten zeigt Donald Trump sich entspannt, cool und milde.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Im Wahlkampf hat Donald Trump stets abgestritten, dass auf seinen Kundgebungen eine aggressive Stimmung herrsche. Auch in dem Punkt hat er seine Meinung geändert.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat seine Anhänger "gewalttätig" und "bösartig" genannt. Allerdings meinte er das als Kompliment.

Bei einem Auftritt in Florida auf seiner "Thank You"-Tour durch die Bundesstaaten, denen er seinen Wahlsieg verdankt, sagte Trump: "Ihr Leute wart bösartig, gewalttätig. Ihr habt geschrien: 'Wo ist die Mauer? Wir wollen die Mauer!' Ihr habt geschrien: 'Knast! Knast! Sperrt sie ein!' Ihr seid durchgedreht. Ihr wart fies und gemein und bösartig – und ihr wolltet gewinnen, stimmt's?" Dieselben Leute, seine Anhänger, seien jetzt "entspannt, cool, milde", so Trump weiter. "Ihr badet im Ruhm des Sieges. Und wir machen uns schon jetzt an die Arbeit."

Allerdings wäre es wohl ein Fehler, Trumps Äußerungen wörtlich zu nehmen. Was er eigentlich sagen wollte, ist vermutlich, dass es bei seinen Wahlkampfveranstaltungen eine wütende Stimmung gab, dass die Wut seiner Anhänger sich jetzt, durch seinen Sieg, jedoch in Luft aufgelöst hat. Mit dieser Botschaft dürfte er versuchen, seine Anhänger auf seinen eigenen, teilweise "milderen" Kurs einzuschwören. Er selbst hatte während des Wahlkampfes angekündigt, Clinton ins Gefängnis stecken lassen zu wollen. Mittlerweile ist klar, dass es keinen Sonderermittler in Sachen E-Mail-Affäre geben wird.

Während des Wahlkampfes hat Trump Vorfälle von Gewalt auf seinen Veranstaltungen stets heruntergespielt oder den Demokraten vorgeworfen, dafür verantwortlich zu sein. Seine Konkurrentin Hillary Clinton und Präsident Barack Obama hätten die Gewalt verursacht, sagte er beispielsweise in der dritten TV-Debatte im Wahlkampf. "Sie heuerten Leute an, sie zahlten ihnen 1500 Dollar, und man sieht sie auf Band, wie sie sagen, seid gewalttätig, sorgt für Kämpfe, macht schlimme Dinge."

Tatsächlich gab es ein Video einer konservativen Gruppe namens Project Veritas Action, in dem zu sehen ist, wie Scott Foval, der über zwei Ecken für die Demokraten arbeitete, Mitarbeitern erklärt, wie sie sich auf Trump-Veranstaltungen zu verhalten haben, um aggressive Reaktionen auszulösen. Die Fact-Checking-Seite Politifact urteilte über das Video, es sei so stark bearbeitet, dass der Kontext des Gesagten nicht immer klar sei.

Quelle: ntv.de, hvo