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Nato verlangt Erklärung UN-Sicherheitsrat berät Skripal-Affäre

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Der UN-Sicherheitsrat wird die Nerven-Gas Attacke am Abend besprechen.

dpa

Der mutmaßlich von Russland initiierte Giftgas-Anschlag auf einen Ex-Doppelspion in England wird immer mehr zu einer internationalen Affäre. Die UN wollen das Thema am Abend beraten. Und auch die EU wird sich damit befassen.

Der UN-Sicherheitsrat befasst sich mit dem Giftanschlag auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien. Die öffentliche Sitzung finde um 20.00 Uhr (MEZ) statt, teilten die Niederlande als derzeitiger Ratsvorsitzender in New York mit. Die britische Regierung hatte die Sitzung beantragt, weil nach ihrer Überzeugung Russland hinter Vergiftung von Skripal und dessen Tochter in Salisbury steckt. Auch die Nato fordert eine Erklärung von Moskau. Derweil berichten britische Medien, dass Großbritannien Diplomaten ausweisen will. Es werde eine beträchtliche Zahl russischer Vertreter treffen, meldete der Sender "Sky News". Russland weist jede Verwicklung zurück.

Die Regierung in London will nach Angaben der britischen Vertretung bei den Vereinten Nationen die öffentliche Sitzung im höchsten UN-Gremium nutzen, um die Ratsmitglieder über den Giftanschlag zu informieren. Russland hat ebenso wie Großbritannien ein Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat.

Die Mitgliedstaaten der Nato forderten indes Russland auf, alle Fragen Großbritanniens zum Giftanschlag zu beantworten. In einer durch das Bündnis veröffentlichten Erklärung aller 29 Nato-Mitglieder hieß es, der "Angriff" sei "ein klarer Bruch internationaler Regeln und Vereinbarungen". Die Verbündeten erklärten Großbritannien ihre Solidarität und boten "ihre Unterstützung bei der Durchführung der laufenden Untersuchung" zu dem Fall an.

EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte Großbritannien volle Solidarität zu und prangerte gleichzeitig Russland an. Die "brutale Attacke" sei "sehr wahrscheinlich von Moskau angeregt" gewesen, sagte er in Helsinki. Er sei bereit, den Fall auf die Tagesordnung des EU-Gipfels kommende Woche zu setzen. Tusk sagte noch nicht, welche möglichen Maßnahmen die EU gegen Russland ergreifen könnte. London solle einen Vorschlag machen, wie man gemeinsam reagieren könne. "Eines muss klar sein, unsere Solidarität und Einigkeit in diesem Zusammenhang ist unabdingbar."

Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter waren am 4. März vor einem Einkaufszentrum in der südenglischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Sie kämpfen seitdem in einer Klinik um ihr Leben. Bei dem Anschlag wurde nach britischen Angaben ein Mittel aus der Gruppe der Nowitschok Nervengifte eingesetzt, die das sowjetische Militär in den 70er und 80er Jahren entwickelt habe.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa

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