US-Wahl

Romney dominiert in fünf Vorwahlen Der Unvermeidliche siegt weiter

Fünf Vorwahlen, ein Sieger: Romney gewinnt in fünf Bundesstaaten die Vorwahlen der Republikaner, darunter in der Heimat seines Ex-Konkurrenten Santorum. Obama tourt derweil durchs Land und wirbt um die Stimmen der verschuldeten Studenten der USA.

Der Vorwahlkampf der Republikaner scheint endgültig entschieden. Mit fünf klaren Siegen setzte sich Mitt Romney uneinholbar von seinen republikanischen Konkurrenten ab. Seine offizielle Nominierung ist damit nur noch eine Frage der Zeit - das Duell mit Präsident Barack Obama hat er ohnehin längst eröffnet.

"Ein besseres Amerika beginnt heute Nacht", versprach Romney in seiner Siegesrede in Manchester, New Hampshire. Zuvor hatte er die Vorwahlen in Rhode Island, Connecticut, Delaware, New York und Pennsylvania klar für sich entschieden. Nach Schätzungen des US-Senders CNN kommt Romney damit auf 764 Delegierte. 1144 sind nötig, um die Nominierung der Republikaner zu gewinnen. Nach Schätzungen von Experten könnte er diese Zahl bis Ende Mai und damit vor dem großen Parteitag im August erreichen.

Zuvor könnte sich Romney noch mit Rick Santorum treffen. Der erzkonservative Ex-Senator war bis Anfang April sein härtester Konkurrent und hatte vor allem den rechten Flügel der republikanischen Partei für sich gewonnen. Nach einer Serie von Niederlagen schied Santorum aus dem Rennen aus. Nun wirbt Romney um die Unterstützung seines Ex-Rivalen, um die Partei geschlossen hinter sich zu bringen.

Gingrich denkt an Aufgabe

Gingrich greift zum finanziellen Notfallplan - und verschickt Spam-Mails.

Gingrich geht das Geld aus. Jetzt verschickt er schon Werbe-Mails.

(Foto: REUTERS)

In seiner Rede präsentierte sich Romney bereits wie der offizielle Herausforderer von Amtsinhaber Obama. Erneut warf er ihm eine zu zentralistische Politik vor. "Dieser Präsident steuert auf eine Zukunft zu, in der wir von Bürokraten und Kommissionen regiert werden", so Romney. "Wir haben gesehen, wohin das führt: Es zerstört unsere Freiheit."

Seine verbliebenen Gegner im Rennen, Newt Gingrich und Ron Paul, erwähnte Romney mit keinem Wort. Der Libertäre Paul erneuerte sein Versprechen, weitermachen zu wollen. Bei Gingrich mehren sich hingegen die Anzeichen für eine baldige Aufgabe. Er wolle sich "genau anschauen, wie es weitergehen soll", sagte Gingrich dem TV-Sender NBC. Sein Sprecher R.C. Hammond teilte mit, Gingrich werde "in den nächsten Tagen" eine Entscheidung über sein weiteres Vorgehen bekanntgeben.

Obama wirbt um junge Wähler

Auf den Wahlkampf hat der hoch verschuldete Gingrich ohnehin kaum noch Einfluss. Stattdessen hat das Duell zwischen Obama und Romney längst begonnen. Der Präsident reist in dieser Woche durch das Land, um über die finanzielle Belastung der US-Studenten zu sprechen. Ausgerechnet am Tag von Romneys Fünffach-Sieg warb Obama an der Universität von North Carolina für mehr Unterstützung für Studierende. Deren Ausgaben sind in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen, weil die Studiengebühren in den USA immer stärker ansteigen. "Michelle und ich waren nach unseren Abschlüssen hoch verschuldet", sagte Obama. Ihre eigenen Studienkredite habe das Paar erst vor acht Jahren vollständig zurückzahlen können, so der Präsident - und fügte mit einem Seitenhieb auf Romney hinzu: "Wir sind nicht aus reichem Hause."

Anschließend war Obama noch Gast in der Sendung von Late-Night-Unterhalter Jimmy Fallon. Der Komiker ist besonders bei den 20- bis 30-Jährigen beliebt - gleichzeitig eine der wichtigsten Wählergruppen für Obama. Romney reagierte prompt und stimmte Obamas Vorschlag zu, die Zinsen für Studienkredite nicht zu erhöhen. Diese waren vor fünf Jahren gesenkt worden, doch die Maßnahme läuft im Juli aus.

Quelle: n-tv.de, mit dpa

Mehr zum Thema