US-Wahl

Endlich wird gewählt In Swing States öffnen Wahllokale

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In den Swing States geben sich die Kandidaten besonders große Mühe.

(Foto: REUTERS)

Bis zuletzt buhlen die beiden Lager noch um Stimmen in den besonders umstrittenen US-Bundestaaten. In einer Handvoll von ihnen wird letztlich entschieden, ob Obama Präsident bleiben wird oder der Republikaner Romney ihn ablösen wird. In einigen dieser Swing States können die Wähler nun auch ihre Stimme abgeben.

Die Bürger in den USA wählen einen neuen Präsidenten. In mehreren US-Bundestaaten sind inzwischen die Wahllokale geöffnet. Am Morgen gegen 6.00 Uhr Ortszeit begann der Urnengang in den zwischen  Amtsinhaber Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney hart  umkämpften Staaten New Hampshire und Virginia. Auch im von "Sandy" gebeutelten New York und  New Jersey sowie in Connecticut, Indiana, Kentucky, Maine und Vermont können die Wähler schon abstimmen.

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Die Wähler in Dixville Notch liefern das erste Ergebnis.

(Foto: REUTERS)

(Hier der n-tv.de Liveticker zum Ablauf der Präsidentschaftswahl in den USA.)

Zuvor gab, wie traditionell üblich, das Dorf Dixville Notch den Startschuss. In dem kleinen Ort im nordöstlichen US-Bundesstaat New Hampshire gibt es nur zehn registrierte Wähler. Obama und Romney erhielten bei dem Urnengang kurz nach Mitternacht Ortszeit, das entspricht 6.00 Uhr unserer Zeit, je fünf Stimmen. Damit gab es bei der Stimmabgabe zur Präsidentschaftswahl in dem Ort erstmals in der Geschichte ein Patt, was als weiterer Indikator für das extrem knappe Rennen bei der diesjährigen Wahl gewertet werden könnte.

Doch schon kurz darauf konnte Obama eine ersten Erfolg für sich verbuchen. Der Amtsinhaber gewinnt die Wahl in der kleinen Ortschaft Hart's Location im US-Staat New Hampshire mit 23 Stimmen. Romney kommt auf neun Stimmen. Der Präsidentschaftskandidat der Libertären Partei, Gary Johnson, erhält eine Stimme. Das Ergebnis steht bereits wenige Minuten nach Öffnung der Wahllokale fest.

In den Swing States wird es spannend

Kurz zuvor hatte der Amtsinhaber Obama seine Anhänger bei einer Abschlusskundgebung aufgerufen, bis zur letzten Minute für einen Sieg zu kämpfen. Sie sollten auch sicherzustellen, dass Freunde und Verwandte Wahl gehen. "Es kommt jetzt auf jeden von uns als Bürger an", sagte Obama mit heiserer Stimme bei einem Auftritt in Des Moines in Iowa.

Die Wahl-Entscheidung dürfte denkbar knapp ausfallen. In der jüngsten Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC erreichte Obama zwar erstmals seit Anfang Juli landesweit wieder 50 Prozent der Stimmen, während Romney nur auf 47 Prozent kam. Doch liegt das Ergebnis wie derzeit nahezu alle Umfragen im Bereich der statistischen Fehleranfälligkeit.

Vor allem in den sogenannten Swing States, wo sich die Wahl entscheiden dürfte, deuten die meisten Erhebungen auf ein historisch enges Kopf-an-Kopf-Rennen hin. Die Kandidaten und ihre Unterstützer hatten am Montag 15 Veranstaltungen in neun dieser besonders umkämpften Staaten auf dem Programm, um unentschlossene Wähler auf ihre Seite zu ziehen.

Jay-Z vs Kid Rock

Obama wollte sich nach seinem Auftritt in Iowa auf die Rückreise in seine Heimatstadt Chicago machen und dort zusammen mit seiner Familie auf die Wahlergebnisse warten. Romney hatte nach Stopps in Florida, Virginia und Ohio zum großen Finale in New Hampshire eingeladen. Kurzfristig setzte er aber noch für den Wahltag Auftritte in Pennsylvania und Ohio an. Experten betrachteten Romneys zusätzlichen Stimmenfang am Ende einer gut 17 Monate langen Kampagne als Hinweis darauf, wie knapp das Rennen tatsächlich ist.

Beide Kandidaten setzten am Tag vor der Entscheidung erneut auf die Strahlkraft prominenter Unterstützer. Obama trat in Ohio mit dem Rockmusiker Bruce Springsteen und dem Rapper Jay-Z auf. Romney lud den Sänger Kid Rock zu der Kundgebung in New Hampshire ein.

In einem Radiointerview äußerte der Präsident die Sorge, dass viele seiner Unterstützer den Wahlurnen fernbleiben könnten. "Wir haben genügend Wähler, um zu gewinnen, es ist nur die Frage, ob sie auch kommen", sagte Obama.

Es kann eine lange Nacht werden

Romney nutzte seine letzten Wahlkampfkundgebungen erneut, um vor einer zweiten Amtszeit für Obama zu warnen. Dieser habe bewiesen, dass er nicht mit dem Kongress zusammenarbeiten könne. Wenn er im Weißen Haus bleibe, drohe ein politischer Stillstand, weil wichtige Probleme nicht gelöst werden könnten. "Wandel wurde uns vom Präsidenten versprochen. Aber Wandel wird nicht an Reden gemessen. Er wird an Erreichtem gemessen", sagte Romney in Manchester im US-Bundesstaat New Hampshire.

Obama bekräftigte bei einem Auftritt in Wisconsin, dass er sich nach seiner Wiederwahl weiter für mehr soziale Gerechtigkeit einsetzen wolle. "Jeder gibt seinen fairen Anteil, jeder spielt nach denselben Regeln, deshalb habt Ihr mich 2008 gewählt und deshalb trete ich für eine zweite Amtszeit an", rief er.

Weil die Umfragen sehr nah beieinander liegen, richten sich die Amerikaner auf eine lange Wahlnacht ein. Es galt sogar als möglich, dass das Ergebnis erst nach Tagen feststeht. Beide Wahlkampflager bereiteten sich nach Medienberichten auf einen möglichen langwierigen Streit um Abstimmungsergebnisse vor und heuerten bereits zahlreiche Anwälte an.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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