US-Wahl

Das ABC der US-Wahlen Luftkrieg bis Obama

Obama bei einem Radiointerview 2009.

Obama bei einem Radiointerview 2009.

(Foto: REUTERS)

Für Präsidentschaftswahlen in den USA gilt eine einfache Faustregel: Alles ist so kompliziert wie möglich. Wir erklären den Unterschied von Delegierten und Super-Delegierten, Swing States, Caucus und Momentum. Und natürlich auch, was das Lieblingswort von Newt Gingrich ist.

Luftkrieg

Neben dem Wählergespräch an der Haustür oder dem Händedruck im der Einkaufspassage, dem sogenannten -> Bodenkrieg, vertrauen wahlkämpfende US-Politiker auch auf TV- oder Radiowerbung. Der Kampf um den Äther ist jedoch hart und teuer, die kurzen Spots sind häufig aggressiv im Ton und fragwürdig im Inhalt. Daher die Bezeichnung "Air War", Luftkrieg.

Das ABC der US-Wahlen

Abtreibung bis Caucus
Delegierte bis F-Wort
Gesundheitsreform bis Iowa
Luftkrieg bis Obama
President-elect bis Swing States
Tea Party bis Zukunft

Momentum

Der Begriff "Momentum" beschreibt die Eigendynamik, die eine Reihe von Siegen entwickeln kann. In den aktuellen Vorwahlen der Republikaner fehlte das Momentum allerdings komplett - Mitt Romney hat zwar die meisten Delegierten gesammelt, aber als strahlender Sieger steht er nicht da.

Bei den Vorwahlen der Demokraten 2008 war gelegentlich davon die Rede, dass Hillary Clinton die Organisation hat, Barack Obama dagegen das Momentum. Gemeint war, dass Obama im Gegensatz zu Clinton ein Phänomen war und bei seinen Fans stärkere Begeisterung hervorrief als die ehemalige First Lady bei ihren Anhängern.

New Hampshire

Die erste Vorwahl nach dem Primary-Prinzip findet traditionell in dem kleinen Neuenglandstaat New Hampshire statt, in diesem Wahlkampf am 11. Januar. Wie der Caucus in -> Iowa hat die New Hampshire Primary vor allem einen hohen symbolischen Stellenwert, der allerdings nicht unterschätzt werden sollte: Wer aus den ersten Vorwahlen siegreich hervorgeht, dem sind die Aufmacher der Nachrichten und der Zeitungen sicher.

Nominierungsparteitag

Die Nominierungsparteitage sind reine Formsache, in der Regel stehen die Kandidaten bereits im Frühjahr fest. Daher sind die Parteitage reine Show. Wenn in Deutschland allerdings von einem "typisch amerikanischen" Parteitag die Rede ist, wird ausgeblendet, dass die eigentliche Wahl des Kandidaten längst stattgefunden hat.

Der Nominierungsparteitag der Republikaner findet vom 27. bis zum 30. August in Tampa, Florida, statt. Knapp 2300 -> Delegierte werden dann den Präsidentschaftskandidaten der Partei wählen. Die Demokraten veranstalten ihren Nominierungsparteitag vom 3. bis zum 6. September in der Stadt Charlotte in North Carolina.

Vor den Nominierungsparteitagen "befreien" die abgeschlagenen Bewerber üblicherweise "ihre" -> Delegierten. Dadurch ist dem Sieger der Vorwahlen die berühmte überwältigende Mehrheit sicher. Wer es spannend machen will oder die große Show liebt, gibt seine Delegierten erst kurz vor dem Parteitag frei. 2004 weigerten sich die Delegierten des linken Demokraten Dennis Kucinich, für John Kerry zu stimmen. Kucinich erhielt daher 43 Stimmen, obwohl er gar nicht zur Wahl stand.

Obama, Barack

US-Präsident seit 2009, in der Wahl von 2012 der Kandidat der Demokraten. Auch als Amtsinhaber muss Obama allerdings die übliche Serie von Vorwahlen durchlaufen. Gegen ihn kandidieren ein paar wenig bekannte Figuren, darunter der radikale Abtreibungsgegner Randall Terry, der so Aufmerksamkeit erregen will, sowie der Aktionskünstler Vermin Supreme, der grundsätzlich einen Stiefel als Kopfbedeckung trägt.

Quelle: ntv.de