US-Wahl

Das ABC der US-Wahlen President-elect bis Swing States

George W. Bush umarmt Obama nach dessen Amtseid, der vom

George W. Bush umarmt Obama nach dessen Amtseid, der vom "President-elect" zum "President" wird.

(Foto: REUTERS)

President-elect

Präsidentschaftswahlen finden in den USA immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November statt. Die Amtseinführung ist allerdings erst am 20. Januar. In der Zeit zwischen diesen Terminen heißt der Wahlsieger "President-elect", also gewählter Präsident.

Das ABC der US-Wahlen

Abtreibung bis Caucus
Delegierte bis F-Wort
Gesundheitsreform bis Iowa
Luftkrieg bis Obama
President-elect bis Swing States
Tea Party bis Zukunft

Primary

In den meisten US-Bundesstaaten werden die Delegierten für die Nominierungsparteitage auf sogenannten Primaries bestimmt. Das sind klassische Vorwahlen, an denen sich eingetragene Wähler beteiligen dürfen. In den meisten Bundesstaaten sind die Primaries "geschlossen": Beteiligen darf sich nur, wer sich als Demokrat oder Republikaner hat registrieren lassen. Bei den "offenen" Primaries ist eine Vorfestlegung auf eine Partei nicht erforderlich.

Romney, Mitt

Millionär, Mormone und Ex-Gouverneur von Massachusetts. Romney bewarb sich bereits 2008 um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, unterlag jedoch gegen John McCain. Auch 2012 hatte er mit dem Ruf zu kämpfen, er sei zu "liberal" - auf Deutsch: zu links. Erst ungewöhnlich spät setzte Romney sich gegen seine Mitbewerber durch.

Super-Delegierte

Bei den Demokraten gibt es neben den "pledged delegates" noch die so genannten "unpledged PLEOs". Die Abkürzung steht für "party leaders and elected officials", also Parteifunktionäre und Mandatsträger, darunter auch ehemalige Präsidenten und Vizepräsidenten. Die PLEOs sind auch als "super delegates" bekannt. Das Attribut "unpledged" weist darauf hin, dass sie "ungebunden" sind - sie können frei entscheiden, wen sie wählen.

Super-Delegierte wurden nach der Wahl von 1980 eingeführt, nachdem der demokratische Amtsinhaber Jimmy Carter gegen Ronald Reagan verloren hatte. Die Parteispitze wollte sich ein starkes Mitspracherecht im Auswahlprozess sichern. 2008 geriet das System der Super-Delegierten jedoch stark in die Kritik, weil es eine Zeitlang so aussah, als könnten sie das Rennen zwischen Barack Obama und Hillary Clinton entscheiden. Denn immerhin ein Fünftel der Abstimmungsberechtigten beim Nominierungsparteitag waren Super-Delegierte, bei denen der Verdacht nahe lag, sie könnten für Clinton stimmen.

Auch bei den Republikanern gibt es Super-Delegierte, allerdings deutlich weniger. Sie heißen "RNC delegates", sind also Mitglieder des Republican National Committee, der Bundesspitze der Republikaner. Jeder Bundesstaat entsendet drei RNC-Delegierte und kann selbst entscheiden, ob diese gebunden oder ungebunden abstimmen.

Super Pac

Die Abkürzung Pac steht für "Political Action Comittee". Hauptzweck dieser Organisationsform ist es, die Beschränkung für Wahlkampfspenden zu umgehen. Die Super-Pacs dienen allerdings auch dazu, Verantwortlichkeiten für schmutzige Wahlkämpfe zu verschleiern: So können die Kandidaten im -> Luftkrieg dubiose Spots gegen die Konkurrenz schalten und dabei selbst die Hände in Unschuld waschen.

Formal dürfen diese Komitees sich nicht mit den Kandidaten, die sie unterstützen, absprechen. Tatsächlich aber sind sie deren mächtige Schattenkämpfer im Wahlkampf. Ihr Geld kommt von Konzernen und wohlhabenden Spendern.

Super Tuesday

Der "Super-Dienstag" ist ein Termin im Reigen der Vorwahlen, an dem besonders viele Bundesstaaten abstimmen. Bis 2004 fand der Super Tuesday Anfang März statt, 2008 war es bereits Anfang Februar. Die Parteispitze der Republikaner versuchte zwar, dem Trend zu immer früheren Vorwahlen entgegenzuwirken. Das klappte aber nur zur Hälfte: Der Super Tuesday war 2012 zwar wieder Anfang März. Allerdings fanden an diesem Tag nur 11 Vorwahlen statt. Vier Jahre zuvor hatten noch 24 Bundesstaaten ihre Delegierten am Super-Dienstag gewählt.

Swing States

In den weitaus meisten Bundesstaaten steht das Ergebnis der Präsidentschaftswahl schon lange vor dem Wahltermin fest - sie heißen rote oder blaue Staaten, weil sie immer für die roten (republikanischen) oder blauen (demokratischen) Kandidaten stimmen. Klassischerweise sind der Süden und der mittlere Westen rot, der Nordosten und die Westküste blau. Staaten, bei denen nicht von vornherein feststeht, wer gewinnt, heißen Swing States oder "Battleground States". Auf sie konzentrieren sich die Kandidaten im Wahlkampf. CNN identifiziert derzeit 15 Staaten als besonders heiß umkämpft.

Quelle: ntv.de