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Freiwillige wollen Isis stoppen USA entsenden Flugzeugträger

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Die USS George H.W. Bush wird von einem Kreuzer und einem Zerstörer begleitet.

(Foto: REUTERS)

Die USA zeigen Flagge im Irak. Sie schicken ein Kriegsschiff in den Persischen Golf, benannt nach dem US-Präsidenten, der den ersten Irakkrieg führte. Derweil wollen sich Zehntausende Freiwillige gegen die Isis stellen - die Gefahr eines Religionskriegs in Nahost steigt.

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Freiwillige in Kerbala - sie wollen mit der Armee gegen die Isis kämpfen.

(Foto: dpa)

Als Reaktion auf das massive Vorrücken der Isis-Terrorbrigaden im Irak haben die USA einen Flugzeugträger in die Region geschickt. Die USS George H.W. Bush sei bisher im Arabischen Meer stationiert gewesen und solle nun den Persischen Golf erreichen, wie das Pentagon in Washington mitteilte. Begleitet werde das Schiff von einem mit Raketen bestückten Kreuzer und einem Zerstörer.

Damit solle Präsident Barack Obama zusätzliche Flexibilität gegeben werden, "sollten militärische Optionen nötig werden, um das Leben von Amerikanern, Bürgern und Interessen im Irak zu schützen". Obama hatte zuvor eine Rückkehr von US-Kampftruppen in den Irak ausgeschlossen. Zugleich hielt er sich andere militärische Optionen offen. Die oppositionellen Republikaner riefen Obama zu einem entschiedeneren Vorgehen auf. John McCain, einflussreicher Senator aus Arizona, drängte Obama zu sofortigen Luftangriffen, um den Vormarsch der Dschihadisten zu stoppen.

Zehntausende Freiwillige

US-Außenminister John Kerry betonte in einem Telefonat mit seinem irakischen Kollegen Hoschiar Sebari, Hilfe durch die USA würde nichts bringen, solange die verschiedenen Gruppen in dem Land nicht ihre Differenzen überwänden, um die für die Zukunft des Iraks notwendige nationale Einheit zu schaffen.

Wegen der Irak-Krise reist Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in die Türkei. Das Land hatte am Mittwoch bei einer Sondersitzung des Nato-Rates seine Verbündeten über die Entführung von Dutzenden Türken im Nordirak informiert.

Im Irak wächst nach Medienberichten der Widerstand gegen die auf Bagdad vorrückenden Islamisten. Viele Freiwillige seien dem Aufruf des irakischen Großajatollahs Ali al-Sistani gefolgt, der vor allem seine schiitischen Glaubensbrüder aufforderte, schiitsche Heiligtümer im Land vor den sunnitischen Isis-Kämpfern zu beschützen. Allein in Nadschaf würden 100.000 Rekruten für die Aufnahme in die irakische Armee erwartet, berichtete "Al-Sumaria News" am Samstag. Experten warnten vor einem religiös motivierten Krieg in dem zerrissenen Land.

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Kurdische Soldaten kämpfen in der Nähe von Kirkuk gegen die Isis.

(Foto: REUTERS)

Die sunnitische Terrorgruppe Islamische Staat im Irak und in Syrien (Isis) kämpft gegen Schiiten, die sie als "Abweichler" von der wahren Lehre des Islams ansehen. Im Irak fühlen sich viele Sunniten seit Jahren von der schiitisch dominierten Regierung in Bagdad diskriminiert. Deswegen fiel der Terrormiliz der Vormarsch zunächst leicht.

Hunderte Zivilisten getötet

Isis rückt seit Anfang der Woche auf Bagdad vor und brachte bereits mehrere Städte unter ihre Kontrolle, darunter die nördliche Millionenmetropole Mossul. Aus verschiedenen Richtungen wollen Isis-Kämpfer nun Bagdad umzingeln und in die Stadt einziehen. Ziel der Terrortruppe ist ein sunnitischer Gottesstaat vom östlichen Mittelmeer bis zum Persischen Golf.

Nach Medienberichten konnten zuletzt kurdische und irakische Truppen den Vormarsch von Isis gebietsweise stoppen. Einige von Isis eingenommene Städte seien dabei zurückerobert worden. So habe die irakische Armee die Städte Samarra und Tikrit unter Kontrolle und fliege Luftangriffe auf Isis-Stellungen in Mossul, berichtete "Al-Sumaria News". Über 200 Isis-Kämpfer seien dabei getötet worden.

Im Nordirak kamen derweil bei einem Luftangriff mehrere kurdische Sicherheitskräfte ums Leben. Die irakische Polizei sprach von mindestens sieben Toten, der Generalsekretär der kurdischen Peschmerga-Milizen von zwei. Offen ist, ob der Angriff durch irakische Streitkräfte oder Extremisten verübt wurde. In dem Gebiet sollen sich auch Isis-Kämpfer aufhalten.

Nach UN-Angaben wurden bei Kämpfen in den vergangenen Tagen mehrere Hundert Zivilisten getötet und etwa 1000 verletzt. Berichte über Massenhinrichtungen durch Isis-Extremisten lösten international Entsetzen aus. Isis selbst verbreitet im Internet Fotos von exekutierten Klerikern und irakischen Soldaten. Hunderttausende Iraker sollen auf der Flucht sein.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/rts

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