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USA erwägen "andere Optionen" Obama hält Al-Maliki hin

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Obama will sich mehrere Tage Zeit lassen, bevor er eine Entscheidung fällt.

(Foto: dpa)

Drei Jahre nach dem Abzug der USA eskaliert im Irak die Gewalt. Islamisten kontrollieren Teile des Landes und marschieren auf die Hauptstadt Bagdad zu. Washington will reagieren - nur wie? Präsident Obama bleibt vage, stellt aber Forderungen.

Die USA senden keine Truppen zur Bekämpfung der sunnitischen Islamisten in den Irak. Sie bereiten aber eine "Reihe anderer Optionen" vor, sagte US-Präsident Barack Obama in Washington.

Er werde die Möglichkeiten in den kommenden Tagen prüfen, um die irakischen Sicherheitskräfte zu unterstützen. "Die Vereinigten Staaten werden ihren Teil beitragen, aber verstehen Sie, dass es am Irak liegt, seine Probleme als souveräne Nation selbst zu lösen", sagte Obama. Die Regierung in Bagdad müsse ein schlagkräftiges Militär aufbauen. "Wir können es nicht für sie machen."

Er bezog sich dabei auch auf die irakischen Sicherheitskräfte, die den "bedeutenden" Vormarsch der islamistischen Gruppe Isis in Teilen des Landes nicht stoppen konnten. Die "brutalen" Terroristen stellten aber eine Bedrohung dar, die letztlich auch die nationale Sicherheit der USA gefährden könne.

Trotz der schnellen Entwicklungen im Irak werde die Entscheidung über ein mögliches Eingreifen der USA nicht über Nacht fallen. Jeder Schritt müsse gezielt, präzise und effektiv sein. Es handle sich auch nicht allein oder gar vorrangig um eine militärische Herausforderung. Washington wolle eine "intensive Diplomatie" innerhalb und außerhalb des Landes vorantreiben und die Lage über die kommenden Tage beobachten.

"Weckruf" für die politischen Führer

Die wichtigste Aufgabe bleibe vorerst, mögliche Bedrohungen gegen Amerikaner im Blick zu behalten. Obama bezeichnete die Krise als "Weckruf" für die politischen Führer im Irak. Sie müssten nun schwierige Entscheidungen treffen und Kompromisse finden, um das Land zusammenzuführen. Die USA würden sich nicht an militärischen Handlungen beteiligen, ohne dass ein politischer Plan zur Zusammenarbeit der Iraker vorliege. Premierminister Nuri al-Maliki sucht dort seit der Parlamentswahl im April immer noch Koalitionspartner.

Die USA greifen dem Irak mit Waffenlieferungen und Geheimdienstinformationen unter die Arme. Nach Angaben des Pentagon verkaufte Washington dem irakischen Militär unter anderem Apache-Kampfhubschrauber, F-16-Kampfflugzeuge sowie Hellfire-Raketen. Der US-Kongress berät über weitere Hilfen im Umfang von einer Milliarde Dollar, darunter Humvee-Geländewagen und Flugzeuge vom Typ AT-6C Texan II. Die US-Armee bildet außerdem Einheiten des irakischen Militärs aus.

Die USA waren unter Führung von Präsident George W. Bush 2003 in den Irak einmarschiert und hatten den Diktator Saddam Hussein gestürzt. Ende 2011 zogen sie ab. Heute befinden sich dort nach Angaben des Pentagons noch zwischen 200 und 300 US-Soldaten. Sie dienen dem Schutz diplomatischer Einrichtungen und unterstützen irakische Sicherheitskräfte.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP

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